Bluthochdruck, Fettleber, Demenz: Das sind die Top-Lebensmittel gegen Volksleiden

Manche Krankheiten sind unheilbar und durch den eigenen Lebensstil nicht zu beeinflussen. Andere hingegen schon. Sie lassen sich durch die richtige Ernährung verhindern oder, wenn sie bereits entstanden sind, zumindest lindern. Ernährungsmediziner Matthias Riedl erklärt, welche das sind – und welche Lebensmittel besonders empfehlenswert sind.

Was wir essen und was nicht, das hat maßgeblichen Einfluss auf unsere Gesundheit. Dessen sind sich mittlerweile die allermeisten bewusst. Doch kann Ernährung Krankheiten auch verhindern oder gar heilen? "Ja", schreibt Ernährungsmediziner Matthias Riedl in seinem Buch "Artgerechte Ernährung". Für FOCUS Online hat er die Top 3-Lebensmittel für die häufigsten Krankheiten zusammengefasst.

1. Atherosklerose

Eine Atherosklerose ist durch Medikamente nicht heilbar. Durch die Arterien wird unser Blut in alle Gewebe, Muskeln und Organe weitergeleitet. Verkalken können sie im Lauf des natürlichen Alterungsprozesses.

Allerdings kann ein ungünstiger Lebensstil die Atherosklerose beschleunigen und verschlimmern. Dabei reichern sich Blutfette, Bindegewebe und weiße Blutkörperchen an den Gefäßwänden an. Diese Plaques lagern sich an der innersten der drei Schichten ab, aus denen sich eine Arterie zusammensetzt. Im Erwachsenenalter können dann Blutbestandteile und Blutplättchen dazukommen. Diese Ablagerungen (arteriosklerotische Plaques) kann ein Operateur bei einem Eingriff mit bloßem Auge erkennen.

Was dagegen hilft:

  • Avocado: Avocados helfen, das ungünstige LDL-Cholesterin zu senken und das gute HDL-Cholesterin zu erhöhen. Die Früchte sind auch reich an blutdrucksenkendem Kalium.
  • Mandeln: Mandeln senken das schlechte LDL-Cholesterin. Sie sind reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die HDL erhöhen. Magnesium hält den Blutdruck stabil.
  • Olivenöl: Besonders kalt gepresstes extra natives Olivenöl ist reich an Antioxidanzien (Polyphenole) und einfach ungesättigten Fettsäuren, was Arterienverkalkung entgegenwirkt.

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2. Bluthochdruck

Bei Bluthochdruck (Hypertonie) werden dauerhaft zu hohe Blutdruckwerte gemessen. Diese kommen dadurch zustande, dass bei jedem Herzschlag Blut aus dem Herzen in die Blutgefäße gepumpt wird. Dabei übt das Blut von innen Druck auf die Gefäßwände aus.

Abhängig von der Herzaktion unterscheidet man zwei Blutdruckwerte:

  • Systolischer Blutdruck: Er entsteht in der Phase, in der sich das Herz zusammenzieht (Systole). Dabei wird Blut aus dem Herzen in die Hauptschlagader (Aorta) gepumpt. Die dabei entstehende Druckwelle setzt sich weiter über die Gefäßwände der Arterien fort. Dadurch ist auch in den Extremitäten eine Pulswelle messbar.
  • Diastolischer Blutdruck: In der Diastole dehnt sich der Herzmuskel aus, um sich erneut mit Blut zu füllen. In den Gefäßen herrscht ein Druck, der jedoch niedriger ist als der systolische Blutdruck. Bei jedem Menschen unterliegt der Blutdruck gewissen Schwankungen. So lassen Aufregung und körperliche Anstrengung den Blutdruck steigen, während er in Ruhe oder im Schlaf deutlich niedriger sein kann.

Diese Blutdruckschwankungen sind normal und dienen der körperlichen Anpassung an die jeweilige Situation. Beim Gesunden pendeln sich die Blutdruckwerte immer wieder im Normalbereich ein. Erst wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch ist, muss er behandelt werden. Die Messeinheit für den Blutdruck ist mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Ein Messwert von etwa 126/79 mmHg (also: 126 zu 79) bedeutet, dass der systolische Blutdruck bei 126 und der diastolische bei 79 mmHg liegt.

Buch-Tipp: Artgerechte Ernährung

Andreas Sibler

von Matthias Riedl, Gräfe & Unzer Verlag, 216 Seiten, 19,99 Euro

Als optimalen Blutdruck bezeichnen Ärzte Werte von weniger als 120 mmHg systolisch und weniger als 80 mmHg diastolisch. Darüber hinaus gelten folgende Referenzbereiche für den Blutdruck: Bei der isolierten systolischen Hypertonie handelt es sich um einen rein systolischen Bluthochdruck. Der diastolische Blutdruck ist dagegen erniedrigt.

Ursache ist etwa eine Funktionsstörung einer der Herzklappen. Bluthochdruck schädigt auf Dauer Arterien, Herz, Gehirn und Nieren.

Das kann lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen:

  • Atherosklerose (in westlichen Ländern die häufigste Todesursache)
  • koronare Herzkrankheit
  • Herzinsuffizienz
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • vaskuläre Demenz
  • chronische Niereninsuffizienz (sie führt zum Galoppieren der Arterienverkalkung)
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • sowie Schädigung der Netzhaut mit abnehmender Sehschärfe und Ausfällen im Gesichtsfeld

Was dagegen hilft:

  • Hibiskus: Studien haben gezeigt: Wer 3 große Tassen Hibiskustee pro Tag trinkt, kann innerhalb von 6 Wochen seinen Blutdruck messbar senken. Auslöser dafür sind die darin enthaltenen Anthocyane.
  • Rote Bete: Die rote Knolle soll den Blutdruck genauso gut senken wie Medikamente. 500 ml Rote-Bete Saft sind laut aktuellen Studien besonders effektiv.
  • Ananas: Die Tropenfrucht ist reich an Vitamin A, C und E sowie Magnesium und Zink. Ihre blutdrucksenkende Wirkung entfaltet sie aufgrund der enthaltenen Salicylsäure, die das Blut verflüssigt.

3. Demenz

Meistens beginnt eine Demenz im höheren Lebensalter, weshalb man auch von Altersdemenz spricht. In seltenen Fällen kann sie sich auch bei jungen Menschen entwickeln. Dabei sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer: Fast 70 Prozent aller Erkrankten sind weiblich.

Eine Demenz liegt vor, wenn neben einem beeinträchtigten Gedächtnis mindestens eines der folgenden Merkmale zutrifft:

  • Probleme, sich sprachlich auszudrücken (Aphasie).
  • Die Fähigkeit zur Ausführung motorischer Aktivitäten ist beeinträchtigt.
  • Das Erkennen und Wiedererkennen von Gegenständen ist unmöglich.
  • Eine Störung der zur Ausführung von Handlungen nötigen Hirnleistungen (Exekutivfunktionen) wie Planung, Organisation, Einhaltung von Reihenfolgen liegt vor.

In den Gehirnen der Patienten finden sich vermehrt charakteristische Eiweißablagerungen. Dabei handelt es sich zum einen um Ablagerungen (sogenannte senile Plaques) aus Eiweißbruchstücken (Beta-Amyloid-Peptide). Zum anderen sind es faserförmige Ablagerungen, die sogenannten Neurofibrillenbündel aus abnormem, verklumptem Eiweiß (Tau-Proteine mit zu viel angehängten Phosphatgruppen).

Außerdem verändern sich die Konzentrationen bestimmter Botenstoffe (Acetylcholin und Glutamat). Im Gehirn kommt es dadurch zu Energiemangel und es ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Glukose aufzunehmen.

Was dagegen hilft:

  • Seefisch: Fetter Fisch ist besonders gesund. Thunfisch ist der absolute Spitzenreiter unter den Omega 3 -Fettsäure-Lieferanten, knapp gefolgt von Hering und Makrele. Am besten ist Fisch aus nachhaltiger Fischerei.
  • Leinöl: In Studien konnte nachgewiesen werden, dass die geistige Leistung bei höherer Aufnahme von Omega 3 -Fettsäuren (zum Beispiel aus Fischölkapseln) besser abschnitt. Alternativ bietet sich ein Esslöffel Leinöl pro Tag an.
  • Kakao: Eine Studie der Harvard Medical School ergab, dass der Konsum von 2 Tassen dunklem Kakao die Durchblutung im Gehirn und insbesondere im Gedächtnisa­real Hippocampus steigert.


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