Bitte abschalten: Wer zu viel denkt, hat eine geringere Lebenserwartung

Die grauen Zellen immer wieder neu herauszufordern, galt lange Zeit als heißer Tipp, um das Gehirn gesund und jung zu halten – und im Idealfall bis ins hohe Alter eine optimale Lebensqualität zu gewährleisten.

Nachdenken, sich geistig fordern und fördern sowie möglichst noch eine Runde Denksport – kann ja nicht schaden, hieß es, im Gegenteil.

Doch diese Annahme zieht eine US-amerikanische Studie, die im Fachmagazin ‚Nature‘ erschienen ist, nun in Zweifel.

REST: Der Zauberstoff, der das Gehirn schützt

Das Protein REST gibt der Studie zufolge Aufschluss über die Lebenserwartung. Gehirn-Gewebeproben von 100 Verstorbenen, die zwischen 60 und 100 Jahren alt geworden waren, wurden dafür analysiert.

Dabei fiel auf: Menschen, die in jüngeren Jahren starben, hatten einen niedrigen REST-Wert. Diejenigen, die ihren 100. Geburtstag erreichten, wiesen hingegen besonders viel davon auf.

Die Wissenschaftler um Studienautor Bruce Yankner sind daher überzeugt, dass ein hoher REST-Wert ein längeres Leben verspricht, weil das Protein vor neuronaler Übererregbarkeit und vor Krankheiten wie Demenz schützt.

Doch wie kommt dieser vermeintliche Wunderstoff REST in ausreichenden Mengen ins Gehirn?

Mehr Ruhe = mehr REST?

REST dämpft die Aktivität und Erregbarkeit der grauen Zellen. Wer mehr davon hat, neigt demnach nicht so sehr zu Denkmarathons wie die Menschen, deren Gehirn weniger REST enthält.

Doch kann man durch bewusste „Denkpausen“ oder vielleicht auch durch Entspannungstechniken oder Meditation darauf Einfluss nehmen?

Ob man selbst etwas dafür tun kann oder ob REST nur verrät, wie Menschen gestrickt sind – dauerdenkend und grübelnd oder aber eher tiefenentspannt –, gilt es sicher noch zu erforschen.

„Es ist faszinierend, dass etwas, das so vorübergehend ist wie der Aktivitätszustand neuronaler Schaltkreise, so weitreichende Konsequenzen für die Physiologie und die Lebensdauer haben kann“, zitiert das Nachrichtenmagazin ‚Focus‘ (Ausgabe 40/19) den Studienautor Bruce Yankner.

Die Entwicklung entsprechender Medikamente könnte ebenfalls helfen, vor allem Altersleiden wie Demenz positiv zu beeinflussen.

„Die Idee, REST aktivieren zu können und das Altern beim Menschen zu verlangsamen, ist äußerst aufregend“, fasst Co-Autorin Monica Colaiácovo zusammen.

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