Neu im Supermarkt: Vitamin D-Pilze – was sagt Stiftung Warentest dazu?

In der dunklen, sonnenlichtarmen Jahreszeit zwischen Oktober und März sinkt bei vielen Menschen der Vitamin D-Spiegel auf ein Minimum.

Schlappheit, starke Müdigkeit, fahle Haut und schmerzende Knochen – das sind die Folgen eines Vitamin D-Mangels.

Doch sind Vitamin D-Pilze bei einem Mangel wirklich sinnvoll? Und halten diese Champignons, was sie versprechen?

Vitamin D-Pilze in Deutschland erhältlich

Erst Großbritannien, dann Irland und Schweiz – jetzt Deutschland: Seit einigen Wochen bietet die Lebensmittel-Einzelhandelskette Kaufland braune Champignons an, die im Labor mit einer kurzzeitigen UV-Licht-Bestrahlung behandelt wurden.

Ergebnis: Die bestrahlten Pilze sollen 30 Mal mehr Vitamin D enthalten als konventionelle Kulturchampignons und „100 Gramm enthalten 125 Prozent der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin D“ – das verspricht zumindest das Etikett der Vitamin-D-Pilze.

Neuheit: "Vitamin-D-Pilze" bei Kaufland erhältlich.

Die Firma Pilzland züchtet diese Art von Champignons in einem speziellen Labor – dort werden die Pilze mit ultravioletter Strahlung behandelt.

Ziel: Die Bestrahlung ahmt das Sonnenlicht wie in der freien Natur nach – dadurch bilden die Champignons reichlich Vitamin D. Bei handelsüblichen Zuchtchampignons geschieht dies so gut wie nie, da sie nicht unter natürlichem Tageslicht wachsen.

Das sagt Stiftung Warentest zu den UV-Pilzen

"Das Bestrahlungsverfahren funktioniert tatsächlich", so Stiftung Warentest. Bei sieben verschiedenen Proben wurde ein „durchschnittlicher Vitamin D-Wert von 9,6 Mikrgramm pro 100 Gramm“ gemessen – damit deutlich höher als bei gezüchteten Champignons. Bei ihnen lag der Wert bei 0,3 Mikrogramm pro 100 g.

Fazit von Stiftung Warentest: „Bezogen auf den Durchschnittswert stimmt das Versprechen des Anbieters, da de Vitamin D-Pilze 30-mal mehr von dem sogenannten Sonnenvitamin enthalten.“

Allerdings stellte das Prüfteam ebensfalls fest, dass die Vitamin D-Gehalte von Packung zu Packung deutlich schwanken.

Eine Packung überschritt sogar den von der europäischen Novel-Food-Verordnung festgelegten Höchstwert, 10 Mikrogramm pro 100 Gramm.

Demnach sollte der Hersteller das Produkt laut der Novel-Food-Verordung eher als „UV-behandelte Pilze“, statt „Vitamin-D-Pilze“ deklarieren.

„Eine Überdosis an Vitamin D müssen Pilzliebhaber aber nicht befürchten“, so Stiftung Warentest.

UV-Pilze: Unser Fazit

Pilze sind von Natur aus reich an Vitamin D. Da wir allerdings im Einzelhandel vor allem Zuchtchampignons vorfinden, die in ihrer Wachstumsphase nie natürliches Sonnenlicht gesehen haben, sind die Vitamin D-Pilze eine neue, gute Alternative.

100 g dieser Champignons, die den Tagesbedarf an Vitamin D decken, sind ungefähr eine halbe Packung bzw. eine Handvoll Pilze.

Wichtig bei der Zubereitung ist es, die Champignons in Fett anzubraten. Denn nur durch eine Portion Fett nimmt der Körper das Vitamin D auf.

Jedoch solltest du wissen, dass wir 80 bis 90 Prozent Vitamin D ausschließlich durch direktes Sonnenlicht über unsere Haut aufnehmen und nur 10 bis 20 Prozent Vitamin D durch Nahrung beziehen.

Das heißt im Umkehrschluss: Unseren Vitamin D-Mangel können wir allein mit Vitamin D-Pilzen oder anderen Vitamin D-reichen Lebensmitteln NICHT ausgleichen. Sie können nur in gewisser Weise unterstützend wirken – genau wie auch Vitamin D-Präparate.

Wissenswerter Sidefact: Solltest du die Sonnenstrahlen im Winter ausnutzen, dann am besten ohne Handschuhe oder Mütze. Denn wir nehmen vor allem an den Handgelenken, am Kopf und im Gesicht am meisten Vitamin D auf, da dort unsere Haut am dünnsten ist.

Andra Schmidt

*Der Beitrag „Neu im Supermarkt: Vitamin D-Pilze – was sagt Stiftung Warentest dazu?“ stammt von FitForFun. Es gibt keine redaktionelle Prüfung durch FOCUS Online. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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