„Einnahme ohne Wasser“: Neue Darreichungsform für Hoggar Night

Ab dem heutigen Montag soll die neue Variante von HoggarNight in den Apotheken erhältlich sein – eine Schmelztablette. Stada bewirbtdie neue Darreichungsform damit, dass nun eine Anwendung ohne Wasser möglichsei und sie sich bei Schluckbeschwerden eigne.

Einnahme ohne Wasser möglich, Erdbeer-Rhabarber-Geschmackund lactosefrei – das sind die Hauptunterschiede zwischen Stadas neuer Hoggar®Night Schmelztablette und den klassischen Hoggar® Night Tabletten. Die neueDarreichungsform soll ab 15. April in den Apotheken zu haben sein. In derLauer-Taxe sind sie seit diesem Datum gelistet. Die Schmelztablettensind wie die bisherige Version in Packungen à 10 und 20 Stück zu haben, der Listenpreis liegt leichtüber dem der klassischen Tabletten: für 10 Stück 7,97 Euro (Tabletten: 7,49Euro) und 20 Stück für 13,99 Euro (Tabletten: 12,97 Euro). Stada will damitlaut eigener Aussage Menschen mit akuten Schlafstörungen erreichen, „die eineVereinfachung bei der Einnahme suchen“. Die Firma bewirbt das Präparat als „einekurzfristige Alternative in unterschiedlichen Lebenslagen.“ 

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Vielflieger, Geschäftsreisende oder Berufstätige müssten ab sofort kein Wasserglas mehr zur Hand haben, heißt es. Stada verspricht: Ein Wirkeintritt sei innerhalb von 30 Minuten schon ab der ersten Anwendung möglich. Außerdem zielt man in der Kommunikation auf Personen mit Schluckbeschwerden ab. Neben 25 mg Doxylaminsuccinat enthält eine Tablette Mannitol, Maisstärke, mikrokristalline Cellulose, Betadex, Na-stearylfumarat, Crospovidon (Typ B), hochdisperses Siliciumdioxid, Sucralose, Erdbeer-Aroma und Rhabarber-Vanille-Aroma.

Maximal zwei Wochen

Den Beratungsbedarf in der Apotheke dürfte die neueDarreichungsform eher erhöhen – schließlich sind Schmelztabletten, die man aufder Zunge zergehen lässt, erklärungsbedürftiger als herkömmliche Tabletten, zumBeispiel was die Entnahme aus dem Blister angeht. Dazu kommen die anderenHinweise, die in der Apotheke bei der Abgabe doxylaminhaltiger Arzneimittel nichtfehlen dürfen, zum Beispiel: „Nur zur kurzzeitigen Anwendung!“ Kurzzeitigbedeutet in diesem Fall maximal zwei Wochen. So schrieb auch Stiftung Warentest im vergangenen Jahr, dass Antihistaminika – wie Doxylamin – maximalzwei Wochen angewendet werden sollten. Der Körper könne sich an die Substanzen gewöhnen,sodass sie nicht mehr ausreichend wirkten, hieß es. Grundsätzlich war das Magazin aber der Meinung, dass „günstigeEffekte“ auf das Schlafen belegt und Nutzen und Risiken einerSelbstbehandlung ohne ärztlichen Rat ausreichend geklärt seien. 

Wie wirkt Doxylamin?

Doxylamin ist ein Antihistaminikum der 1.Generation. Derursprünglich als Antiallergikum entwickelte Wirkstoff passiert die Blut-Hirn-Schrankeund bindet im zentralen Nervensystem an H1-Rezeptoren. Dadurch blockiert er dieWirkung von Histamin, ruft also einen zentral dämpfenden Effekthervor und wirkt so schlaffördernd.

Um einen möglichen Hangover-Effekt und damitverbundene Beeinträchtigungen des Reaktionsvermögens am nächsten Morgen zuvermeiden, ist eine ausreichende Schlafdauer – mindestens acht Stunden – zuempfehlen. Aufgrund des ausgeprägten anticholinergen Effektes wird Doxylamin fürgeriatrische Patienten nicht empfohlen. Für Kinder wurde Doxylamin kürzlich derVerschreibungspflicht unterstellt. 

Neben dem Einsatz als Schlafmittel wird Doxylamin als Antiemetikum zusammen mit Pyridoxin (Vitamin B6) gegen Schwangerschaftsübelkeit eingenommen, in Deutschland ist es hierfür allerdings nicht zugelassen. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt circa zehn Stunden, die Wirkdauer liegt zwischen drei und sechs Stunden. 

Auch Stada weist in der Mitteilung zum Launch auf die kurzfristige Anwendung hin. Dort heißt es: „Grundsätzlich gilt: Schlafmittel sollten immer nur kurzfristig (maximal zwei Wochen) eingenommen werden. Denn sie lindern nur die Symptome, wirken aber nicht auf die Ursache ein.“

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