SPD-Ministerin: Neuregelung der Retaxfristen steht auf der Agenda
Die AfD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag sorgt sichum retaxierte Apotheken. Mit einer Großen Anfrage hakte sie bei der Landesregierungnach, was diese über den Umfang der Retaxationen weiß. Bei einigen ihrer Fragen offenbart die Fraktionallerdings, dass sie sich noch nicht allzu tief in die Materie eingearbeitethat. Das Landesgesundheitsministerium gibt Nachhilfe – und kann zumindest aufeinige Daten des Landesapothekerverbands zurückgreifen.

Die AfD in Rheinland-Pfalz hat ein offenes Ohr für die öffentlichenApotheken. Diese beklagten zunehmend die Retaxationen eingereichter Rezepte durchdie Krankenkassen und den damit verbundenen Umsatzverlust, leitet dieLandtagsfraktion ihre Große Anfrage zum Thema Retaxationen ein. Dann fragt sie genauernach, wie es um normale „Kassenrezepte“, Heilmittelrezepte und Retaxationen imAllgemeinen bestellt ist. Seit Ende Dezember liegt die Antwort vonLandesgesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) vor.

In ihrer Vorbemerkung verweist die Ministerin darauf, dass es– anders als bei ärztlichen Abrechnungen – keine zentralisierteVerrechnungsstelle für Abrechnungen öffentlicher Apotheken gebe. Die Daten, diesie selbst zitiert, basierten auf Zahlen des standeseigenenApothekenrechenzentrums – ARZ – in Darmstadt, die der rheinland-pfälzischeApothekerverband der Landesregierung übermittelt hat. Circa 70 Prozent derApotheken im Bundesland rechneten über das ARZ Darmstadt ab – daher könne mankeine vollumfängliche Analyse der Abrechnungssituation abgeben.

2017: Knapp 16,6 Millionen ärztliche Verordnungen

Vor diesem Hintergrund heißt es in der Antwort, dass imJahr 2017 – kumuliert über zwölf Monate – 16.595.750 ärztliche Verordnungen durchrheinland-pfälzische Apotheken über das ARZ abgerechnet wurden. Ihr Gesamtwertliege bei 1,34 Milliarden Euro brutto. Wie viele dieser Verordnungen retaxiertwurden, kann die Ministerin allerdings nicht sagen. Denn nicht alleRetaxationen würden zentral über den Apothekerverband Rheinland-Pfalzabgewickelt, sondern häufig bilateral zwischen einzelnen Apotheken und denjeweiligen Kassen verhandelt.

Ein Anhaltspunkt ergibt sich aber aus der Antwort auf dieFrage, wie viel sich rheinland-pfälzischeApotheken zurückholen konnten: „DieZahl der insgesamt im Jahr 2017 durch den Apothekerverband Rheinland-Pfalz e.V. im Zuge von Retaxationen bearbeiteten Rezepte betrug 112.784 bei einemGesamtvolumen von 142.807,05 Euro. Da sich die Retaxationsverfahren häufig übereinen längeren Zeitraum erstrecken, liegen dem Apothekerverband Rheinland-Pfalze. V. für das Jahr 2017 keine abschließenden Zahlen vor“.

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