Studie: Pilzgifte in E-Zigaretten lösen Asthma aus

Aufnahme gefährlicher Stoffe durch E-Zigaretten?

Sogenannte E-Zigaretten sind in den letzten Jahren zunehmend beliebter geworden. Allerdings gibt es immer mehr Untersuchungen, die zu dem Schluss kommen, dass auch E-Zigaretten der Gesundheit schaden. Forschende fanden jetzt heraus, dass verschiedene Liquids und Nachfüllpatronen für E-Zigaretten mit Bakterien und Pilzgiften kontaminiert waren, welche mit einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen beim Menschen in Verbindung stehen.

Bei einer aktuellen Studie der international hoch angesehenen Harvard University konnte festgestellt werden, dass die Nutzung von E-Zigaretten dazu führen kann, dass Menschen mit gefährlichen Bakterien und Pilzgiften in Kontakt kommen. Die Ergebnisse der Studie werden im heutigen Tagesverlauf in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Environmental Health Perspectives“ veröffentlicht.

Viele Menschen nutzen E-Zigaretten, um weniger zu rauchen oder um ganz mit dem Rauchen aufzuhören. Allerdings ist der Dampf von E-Zigaretten keineswegs gesund. Forschende entdeckten jetzt gefährliche Bakterien und Pilzgifte in Liquids und Patronen für E-Zigaretten. (Bild: tibanna79/fotolia.com)

Mikrobielle Toxine in E-Zigarettenprodukten?

Bei der Studie wurden 75 beliebte E-Zigarettenprodukte aus den USA untersucht. Darunter waren beispielsweise Patronen für den einmaligen Gebrauch und nachfüllbare E-Liquids. Bei ihren Untersuchungen stellten die Forschenden fest, dass 27 Prozent der Produkte Spuren von Endotoxin und 81 Prozent Spuren von Glucan (welches in den Zellwänden der meisten Pilze vorkommt) enthielten, berichtet das Forschungsteam in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen.

Die Exposition gegenüber diesen mikrobiellen Toxinen wurde in der Vergangenheit bereits mit unzähligen Gesundheitsproblemen beim Menschen in Verbindung gebracht, darunter Asthma, verminderte Lungenfunktion und Entzündungen. Es hat sich gezeigt, dass Gram-negative bakterielle Endotoxin und aus Pilzen stammende Glucane in Arbeits- und Umweltumgebungen akute und chronische Auswirkungen auf die Atmung verursachen, berichten die Autoren der Studie. Das Auffinden dieser Toxine in E-Zigaretten-Produkten verstärke die wachsende Besorgnis über mögliche negative Auswirkungen auf die Atemwege bei den Anwenderinnen und Anwendern.

Verwendung von E-Zigaretten nimmt immer weiter zu

Die Verwendung von E-Zigaretten hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, insbesondere bei Schülern. Es wird geschätzt, dass im Jahr 2018 mehr als drei Millionen Schülerinnen und Schüler E-Zigaretten genutzt haben, sagen die Forschenden. Im Vergleich dazu lag dieser Wert im Jahr 2011 noch bei 220.000. Frühere Untersuchungen der Harvard T.H. Chan School of Public Health haben gezeigt, dass Stoffe, die mit schweren Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht werden, in üblichen E-Zigaretten-Aromen enthalten sind. Darüber hinaus haben Forschungen, die über viele Jahrzehnte hinweg durchgeführt wurden, chronische Lungenfunktionsstörungen in Populationen gezeigt, die in der Luft lebenden biologischen Schadstoffen ausgesetzt sind. Nach Angaben der Autoren gab es jedoch keine Untersuchungen zur möglichen Kontamination von E-Zigaretten mit Mikroben oder mikrobiellen Toxinen.

Sind Rohstoffe zur Herstellung von Aromen die Ursache?

Für ihre Studie wählten die Forschenden 37 E-Zigarettenpatronen und 38 E-Liquid-Produkte der zehn meistverkauften US-Marken, die zum Nachfüllen verwendet werden können. Die Produkte wurden in vier verschiedene Geschmackskategorien eingeteilt: Tabak, Menthol, Frucht und andere. Alle Produkte wurden dann auf das Vorhandensein von Endotoxin und Glucan untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass 17 von 75 Produkten (23 Prozent) nachweisbare Konzentrationen von Endotoxin und 61 von 75 Produkten (81 Prozent) nachweisbare Konzentrationen von Glucan enthielten. Weitere Analysen ergaben dann, dass Proben von Patronen 3,2-fach höhere Konzentrationen von Glucan aufwiesen als die E-Liquid-Proben. Die Glucan-Konzentration waren bei Tabak- und Menthol-Produkten signifikant höher als bei Frucht-Produkten. Die Studie ergab auch, dass die Endotoxin-Konzentrationen in Produkten mit Fruchtgeschmack höher waren, was darauf hindeutet, dass Rohstoffe, die bei der Herstellung von Aromen verwendet werden, eine Quelle mikrobieller Kontamination darstellen können.

Woher stammt die Kontamination?

Die Forschenden vermuten, dass die Kontamination der Produkte während der Herstellung der Zutaten oder des fertigen E-Zigarettenprodukts aufgetreten sein könnte. Sie stellten die Hypothese auf, dass Baumwoll-Dochte, die in Kartuschen für E-Zigaretten verwendet werden, eine mögliche Kontaminationsquelle darstellen können, da sowohl Endotoxin als auch Glucan bekannte Verunreinigungen von Baumwollfasern sind. Neben dem Einatmen schädlicher Stoffe könnten Nutzer von E-Zigaretten auch einer biologischen Kontamination durch Endotoxin und Glucan ausgesetzt sein. Die neuen Erkenntnisse sollten in Zukunft bei der Entwicklung von Regulierungsrichtlinien für E-Zigaretten berücksichtigt werden. (as)

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