Verlor sein Bewusstsein und seinen Job: Dieser 26-Jährige erkrankte an der mysteriösen Lungenkrankheit

Als Dylan Nelson im Juli in die Notaufnahme eingeliefert wird, kann er kaum noch atmen. Sein Zustand ist kritisch, Ärzte versetzen ihn in ein künstliches Koma. So wie ihm erging es vergangenen Monat mindestens 100 Menschen in den USA – ihnen allen gemeinsam ist, dass sie E-Zigaretten rauchten.

Das Herz raste, das viel zu kurze und schnelle Atmen fiel ihm schwer und er musste durchgehend husten: Als Dylan Nelson sich vergangenen Monat in der Notaufnahme in Burlington im US-Bundesstaat Wisconsin vorstellte, bekam er kaum noch Luft – wie durch einen Strohhalm habe sich das Atmen angefühlt, berichtete er den Ärzten.

Die machten kurzen Prozess und schlossen den jungen Mann sofort an ein Beatmungsgerät an. Sein Sauerstoffgehalt im Blut lag bei der Ankunft nur mehr bei zehn Prozent. Außerdem versetzten sie ihn in ein künstliches Koma. Wie Nelson später dem amerikanischen Sender „National Public Radio“ erzählte, war er nicht der erste Fall mit diesen Symptomen, die das Krankenhaus im Juli erhielt.

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Eine Krankenschwester habe seine besorgte Mutter getröstet, als sie fürchtete, ihren Sohn nicht wiederzusehen. Sie erklärte ihr, dass sie im selben Krankenhaus bereits eine 18-Jährige mit den gleichen Symptomen behandelt hätten und von zwei weiteren ähnlichen Fällen im US-Bundesstaat Milwaukee wüssten – und daher bereits wüssten, wie sie die Lungenkrankheit in Schach halten können.

Patienten waren E-Zigaretten-Raucher

Die Krankheit ist den Ärzten zwar ein Rätsel, ihre Entstehung scheint jedoch relativ klar: Allen Patienten gemein sei, dass sie zuvor E-Zigaretten geraucht hatten. Ob nun aber das alleinige Benutzen der elektronischen Zigarette oder aber die darin verwendeten Liquids Schuld an der Krankheit tragen, muss noch geklärt werden.

Nelson erklärte dem Radiosender, dass er ein THC-basiertes Liquid geraucht habe, das er günstig auf der Straße erstanden hätte und das „irgendwie urinfarben“ aussah, obwohl es dunkel-bernsteinfarben hätte sein sollen.

Allein im vergangenen Monat gab es US-weit mehr als 100 Fälle

Fälle wie Dylan Nelson gab es allein im Bundesstaat Wisconsin im Juli mindestens 15, bei weiteren 15 Fällen steht die Bestätigung noch aus. In ganz Amerika zählten die Gesundheitsbehörden vergangenen Monat mehr als 100 Fälle – weshalb die Behörden nun Alarm geschlagen haben. Das berichtet die „Washington Post“.

Betroffene springen nicht auf die typischen Medikamente wie Antibiotika und Sauerstoffzugaben an. Im Gegenteil: Die Symptome könnten sich dadurch sogar verschlimmern. Die US-Gesundheitsbehörden warnen daher nun Ärzte und Kliniken, bei folgenden Symptomen hellhörig zu werden:

  • Kurzatmigkeit
  • Generelle Atembeschwerden
  • Schmerzen in der Brust

Manche Patienten klagten außerdem über Fieber, Husten, Übelkeit und Durchfall. Geholfen hat vielen letzten Endes der Einsatz von Steroiden.

Gesundheitsbehörden prüfen Fälle – Heilung ungewiss

Die amerikanischen Gesundheitsbehörden erklärten, dass es bestätigte Fälle in mindestens fünf Staaten gibt: in Kalifornien, Illinois, Indiana, Minnesota und Wisconsin. Sie arbeiteten daran, die Ursache der Krankheit ausfindig zu machen, nachdem in den vergangenen Wochen mehrere Fälle der Lungenkrankheit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei ihnen eingegangen waren.

Eine Infektionskrankheit schließen die Mediziner indes aus, obwohl die Symptome bei vielen Betroffenen ähnlich sind. Sie vermuten eher, dass die Ursache in den Inhaltsstoffen der verwendeten Dampfflüssigkeiten liegt. Ob die Patienten sich von der Lungenkrankheit vollständig erholen werden, sei unklar.

Vater verlor wegen der Krankheit seinen Job

Nelson selbst erinnert sich an den Tag, an dem er ins Krankenhaus kam, kaum noch. Seine Erinnerung setzt wieder ein, als er mit dem Schlauch im Hals aus dem künstlichen Koma aufwachte: „Bei jedem Husten kam Flüssigkeit raus“, erklärt er, „dann mussten die Pfleger den Schlauch vakuumieren.“

Da das Sozialsystem in Amerika Menschen nicht ohne Zusatzversicherung vor Krankheit im Beruf absichert, verlor Nelson durch den Krankenhausaufenthalt seinen Job. Inzwischen hat er aber eine neue Stelle in einer Fabrik gefunden. Dort steht er fünf Tage die Woche für zwölf Stunden am Fließband – aber das sei es wert, erklärt er dem Radiosender. Allein schon, weil es ihm hilft, seine Tochter zu ernähren.

Nelson dampft nicht mehr – aber er hat eine Botschaft an alle „Dampfer“

Mit dem Dampfen hat er inzwischen aufgehört. Wer es dennoch nicht sein lassen kann, dem empfiehlt er: „Kaufen Sie nicht die billigen Liquids von der Straße, von denen Sie nicht wissen, was darin enthalten ist. Gehen Sie besser in einen Fachhandel.“

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