Verschiedene  Emulsionstypen – mischen impossible?

Immer wieder verschreiben Ärzte unbewusst ihren Patienten eine Rezeptur mit entgegengesetzten Emulsionstypen. Sind diese Rezepturen plausibel und wie ist damit umzugehen?

Aus einer Apotheke erreichte das PTAheute.de-Team folgende Anfrage:

Wir sollen in unserer Apotheke folgende ärztliche Verordnung herstellen:

Betnesol-V Creme 0,1 %              25,0 g

Wollwachsalkoholcreme DAB    zu 100,0 g

Unserer Meinung nach ist diese Zubereitung so nicht plausibel, allerdings wissen wir nicht genau, welche Alternative wir dem Arzt vorschlagen sollen.

Tückisch: Halbfeste Fertigarzneimittel als Bestandteil einer Rezeptur

Verordnungen von halbfesten Fertigarzneimitteln als Bestandteil einer Rezeptur kommen häufig vor. Gerade das Vermischen mit anderen Grundlagen bringt allerdings einige Tücken mit sich. Bei der wirkstoffhaltigen Betnesol-V Creme handelt es sich um eine hydrophile O/W-Creme, diese soll laut ärztlicher Verschreibung mit einer W/O-Grundlage (Wollwachsalkoholcreme DAB) verdünnt werden.

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Bei einer gemeinsamen Verarbeitung von O/W- und W/O-Systemen stören sich die unterschiedlichen Emulgatoren an der Grenzfläche zwischen Wasser und Fett und es werden normalerweise instabile Zubereitungen erhalten. Die Emulsion kann also brechen. Weiterhin sind die homogene Verteilung des Wirkstoffs Betamethasonvalerat und damit die dermale Verfügbarkeit deutlich vermindert. Eine Kombination verschiedener Emulgator-Typen, wie man sie von industriell hergestellten amphiphilen Zubereitungen durchaus kennt, kann im Rezepturbetrieb nicht verwirklicht werden.

Phasenungleiche Zubereitungen nicht mischen

Grundsätzlich soll daher auf das Mischen von O/W- und W/O-Grundlagen bei der Herstellung von Arzneimitteln in der Apotheke verzichtet werden. Auch im Neuen Rezeptur-Formularium (NRF) ist der Hinweis zu finden, dass eine Mischung von hydrophilen und lipophilen Grundlagen kritisch zu beurteilen ist und nur dann erfolgen darf, wenn die Verträglichkeit der einzelnen Stoffe untereinander und die Stabilität der erhaltenen Zubereitung bekannt ist.

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