Desinfektion im Alltag: Übertriebene Hygiene ist schädlich

In den eigenen vier Wänden ist den Deutschen Hygiene sehr wichtig. 56 Prozent nutzen zu Hause häufig Desinfektionsmittel. Besonders die junge Generation greift gern zu keimtötenden Tüchern und Flüssigkeiten: 69 Prozent der 14 bis 34-Jährigen tun dies sogar regelmäßig. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Schwenninger Krankenkasse unter mehr als 2.000 Bürgern.

"Leider ist der Gebrauch von Desinfektionsmitteln zu sorglos – und vor allem auch zu häufig", sagt Dr. Tanja Katrin Hantke, Gesundheitsexpertin der Schwenninger Krankenkasse. In der Regel seien diese Mittel im Haushalt nicht notwendig. "Im Gegenteil: Sie können sich sogar schädlich auswirken", so Hantke. Bei einem übermäßigen Gebrauch von Desinfektionsmitteln werde die Bildung resistenter Keime gefördert, zudem steigen die Belastungen für die Umwelt. Aber auch der Anwender selbst setzt sich Gefahren aus: "Beim Kontakt mit Desinfektionsmitteln wird die natürliche Schutzbarriere der Haut gestört. Dadurch können Krankheitserreger schneller in die so geschädigte Haut eindringen", sagt Hantke.

Die Expertin rät deshalb von Desinfektionsmitteln zu Hause ab, sofern nicht besondere Vorsorgemaßnahmen erforderlich seien: "Falls jemand im Haushalt an einer hochansteckenden Krankheit leidet oder sich zum Beispiel einer Chemotherapie unterzieht und dadurch geschwächte Abwehrkräfte hat, sollten besondere Hygienevorschriften beachtet werden. Das kann den Einsatz von keimtötenden Mitteln erforderlich machen." Im Normalfall aber reichen Seifen für die Haut und Allzweckreiniger für Gegenstände und Räume aus. Am wichtigsten sei es, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen.

NK

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