Risiko für Herz und Kreislauf: So findest Du raus, ob Du zu viel Organfett hast

Verstecktes Fett im Bauchraum gilt als Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes. Genau messen lassen sich Speckpolster um die inneren Organe kaum. Viel verräterischer ist der Bauchumfang. Also greifen Mediziner zum Maßband.

  • Organfett gilt als Gesundheitsrisiko. Schuld ist seine Stoffwechselaktivität.
  • Je dicker der Bauch, umso mehr Fett hat sich um die inneren Organe angesammelt.
  • Die Bio-Impedanz-Analyse kann einen Hinweis auf riskantes Bauchfett geben.  

Lange glaubten wir: Schwer und dick ist ungesund. Heute wissen wir, dass Anteil und Verteilung des Körperfetts entscheidend sind. Besonders kritisch ist dabei das Fett, das im Bauchraum um die Organe herum gespeichert wird. Ein hoher Anteil an sogenanntem Viszeralfett (Organfett) erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2.

Das Organfett ist deshalb so gefährlich, weil es sehr stoffwechselaktiv ist. Anders als das passive Unterhautfett produziert Viszeralfett an die 200 Botenstoffe, die sich auf bestimmte Hormone auswirken und so das Risiko für die genannten Krankheiten steigern. Da mit dem Organfett auch der Bauchumfang wächst, ist die Taillenweite der wichtigste Risiko-Indikator.

Messgerät Nummer 1 für Organfett ist daher das Maßband, um auf Nabelhöhe das Bauchvolumen festzustellen. Männer sind ab einem Bauchumfang von 94 cm, Frauen schon ab 80 cm gefährdet. Stark erhöht ist das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ab einem Bauchumfang von 88 cm (Frauen), beziehungsweise 102 cm (Männer).

Die Zahlen sind eine Richtschnur. Ist jemand unterdurchschnittlich klein oder besonders groß, ist das natürlich zu berücksichtigen.

Die technische Messung liefert die Bio-Impedanz-Analyse: Über Elektroden zeichnet diese Methode den Körperwiderstand auf und berechnet so den Anteil von fester Masse (Knochen, Muskeln etc.), Wasser und Fett.

Das Prinzip nutzen einfache Körperfett-Waagen, die viele Menschen im Badezimmer stehen haben, ebenso wie aufwendige medizinische Apparate, wie sie etwa das Diagnostik-Zentrum Fleetinsel in Hamburg verwendet. „Unsere Geräte messen nicht nur über einen Fußkontakt, sondern an allen vier Extremitäten. Und sie bringen exaktere, detailliertere Ergebnisse“, sagt Ernährungsmediziner Andreas Pauly. Bestes Angebot auf BestCheck.de

Organfett versteckt sich hinter Körperfett

Allerdings können auch die Hightech-Geräte nur das gesamte Körperfett exakt messen, nicht den Anteil von Organfett. Die Messung liefert nur Hinweise, ob das Gesundheitsrisiko durch Viszeralfett niedrig, leicht oder stark erhöht ist. „Der Bauchumfang ist tatsächlich der wichtigste Indikator für den Anteil von Viszeralfett“, erklärt Dr. Pauly. „Ein Mensch mit flachem Bauch hat normalerweise keinen riskant hohen Fettanteil rund um seine inneren Organe.“

Wer unbedingt wissen will, wie viele Zentimeter Fett sich im Bauchraum angesammelt haben, muss in den kostspieligen Magnetresonanztomographen (MRT). Eine Ultraschalluntersuchung kann das Organfett nicht sichtbar machen. Allerdings ist die Bildgebung aus medizinischer Sicht ohnehin überflüssig. 

 

Auch Organe selbst können Fett einlagern, etwa die sogenannte Fettleber. Das hat aber nichts mit Organfett zu tun ist. Das Entgiftungsorgan verfettet vor allem durch hohen Alkoholkonsum, kalorien- und kohlenhydratreiche Ernährung oder auch durch Diabetes. Diese Fettablagerungen kann der Ultraschall als hellere Strukturen sichtbar machen.

Deutlich zeigt der Ultraschall auch Ablagerungen in den Gefäßwänden, die als Arteriosklerose oder Arterienverkalkung bezeichnet werden. Sie bauen sich aus den Blutfetten Cholesterin und Triglyceriden auf, gelten allerdings auch nicht als Organfett.

Zum riskanten Bauchfett gibt es übrigens auch eine gute Nachricht: So leicht es sich ansammelt, so schnell wird man es mit einer Diät wieder los. Denn der Körper baut als erstes dieses Fett ab, wenn er Energiereserven anzapft. Das ist übrigens ein Grund dafür, dass Männer leichter abnehmen als Frauen. Während weibliche Figuren zu hartnäckigem Hüft- und Oberschenkelspeck neigen, lagern sich Fettpolster bei Männern bevorzugt um die Körpermitte an. 

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