Sonnenbrand richtig behandeln: Das hilft wirklich

Bei einem Sonnenbrand brennt die Haut wie Feuer, ist knallrot und manchmal wirft sie sogar Blasen. Rasche Hilfe ist dann wichtig. Kälte, Quark, Salben und Acetylsalicylsäure (ASS) können die Haut wieder beruhigen.

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Die jahrelangen Kampagnen für einen vorsichtigen Umgang mit der Sonne haben wenigstens teilweise genutzt. Die meisten wissen, dass knusperbraune Haut nicht gesund ist- ganz im Gegenteil. Ein zu langes Sonnenbad kann die verschiedensten Symptome verursachen, wie zum Beispiel Blasenbildung und brennende Haut.

Dadurch kann die Oberhaut geschädigt werden und im schlimmsten Fall zu langfristigen Hautschäden führen. Die meisten Menschen wissen, dass sie ihre Haut schützen sollten und benutzen deshalb Sonnencremes. Doch oft reicht das nicht aus. Wer zu lange in der Sonne bleibt oder sich sogar während der strahlungsintensiven Mittagsstunden im direkten Sonnenlicht aufhält, riskiert trotzdem einen Sonnenbrand.

Sonnenbrand und Hautschäden durch UV-Strahlen

Gefährlich ist, dass die Überdosis Sonne anfangs, also während des Sonnens, Bergsteigens, Radfahrens oft noch keine Beschwerden bereitet. Erst fünf bis sechs Stunden später, am Abend oder in der Nacht, beginnt sich die Haut zu röten und schmerzt.

Die Ursache dafür: „UV-Strahlen, vor allem die kurzwelligen, energiereichen UVB-Strahlen, treffen auf die oberste Hautschicht und die Zellen schütten in Folge Entzündungsbotenstoffe aus“, erklärt Johannes Ring, ehemaliger Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein in München.

Bis dieser Entzündungsprozess als Sonnenbrand sicht- und fühlbar wird, dauert es einige Stunden. Je nach Ausprägung unterscheiden Dermatologen zwischen Sonnenbrand Stufe eins mit leichter Hautrötung und Stufe zwei mit zusätzlicher Blasenbildung. Bestes Angebot auf BestCheck.de

Kühlen nach dem Bräunen – aber nicht übertreiben

„Geht es dann um die Behandlung, machen viele den Fehler, erst mal abzuwarten, ob der Sonnenbrand schlimm wird oder ob es bei einer minimalen Rötung bleibt“, sagt Johannes Ring. Er empfiehlt, bereits bei den ersten Anzeichen 1000 Milligramm Acetylsalicylsäure (ASS) einzunehmen. „Das bremst die Botenstoffe, die die Entzündung auslösen.“ Diese Maßnahme greift allerdings nur bei den allerersten Symptomen.

Sinnvoll ist in jedem Fall, die Haut zu kühlen. Kälte lindert den Schmerz und hemmt die Entzündung. „Manche machen jedoch den Fehler, nach dem Prinzip ‚viel hilft viel‘ ein Coolpack aus dem Kühlschrank oder der Tiefkühltruhe auf den Sonnenbrand zu legen“, sagt der Experte. Das ist jedoch zu kalt und aus dem Sonnenbrand wird eine Erfrierung.

Besser: Kalte Umschläge mit frischen Leintüchern, die in kühlem Wasser ausgewunden wurden. „Damit behandeln wir auch unsere Patienten mit ausgeprägtem Sonnenbrand“, berichtet Johannes Ring aus der Klinik. Zusätzlich sollte man viel trinken, weil die Haut durch den Sonnenbrand viel Flüssigkeit verliert.


Hausmittel wie Quark und Joghurt aus dem Kühlschrank sind ebenfalls empfehlenswert – allerdings nicht wegen ihrer Inhaltsstoffe, sondern wegen der sanften Kühle, die diese Milchprodukte spenden. Heilpflanzen wie Aloe Vera oder Kamille sind wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung sinnvoll. „Allerdings reagieren manche darauf auch allergisch“, warnt der Dermatologe.

Rasche Linderung bringen Hydrokortisonlotionen und -gele, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Ist die Rötung sehr ausgeprägt und schmerzt die Haut stark, treten Bläschen und/oder Fieber auf, sollte der Betroffene zum Arzt gehen, der stärker wirkende Medikamente verschreibt.

Vorsichtiger Umgang mit der Sonne

In der Regel ist nach einer Woche der Sonnenbrand abgeklungen. Während dieser Zeit gilt es, die Sonne zu meiden und auch danach vorsichtiger damit umgehen. „Gefühlsmäßig machen die meisten das schon richtig“, sagt Johannes Ring. Er empfiehlt allgemein, besser die milde Abendsonne zu genießen und zwischen elf und 16 Uhr die Sonne zu meiden.

Diese Vorsichtsmaßnahmen zusammen mit der richtigen Kleidung (Sonnenhut, mindestens halbärmeliges T-Shirt und halblange Hosen) und einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor vermeiden Sonnenbrand – und beugen Hautkrebs vor. Denn das ist mittlerweile sicher: Zu intensive UV-Bestrahlung verändert die DNA der Zellen, so dass sie mutieren und Tumoren bilden können.


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