Alternde Bevölkerung: Wie lässt sich die Herausforderung bewältigen? – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Alternde Bevölkerung ein wachsendes Problem

Die Lebenserwartung der Menschen ist im letzten Jahrhundert deutlich gestiegen, was zu einer wachsenden Herausforderung für die Gesundheitssysteme und die gesamte Gesellschaft führt. In einer aktuellen Studie wurden nun die zu erwartenden Aktivitätseinschränkungen bei älteren Erwachsenen untersucht, um besser auf Herausforderungen der alternden Bevölkerung vorbereitet zu sein.

Bei der Studie des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) wurde untersucht, welche Probleme in Zukunft im Umgang mit der alternden Bevölkerung entstehen könnten und wie diese zu bewältigen sind. Die Ergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Scientific Reports“ publiziert.

Anteil älterer Menschen auf der Welt nimmt zu

Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung im Alter von 60 Jahren und älter voraussichtlich zwei Milliarden Menschen erreichen, berichten die Forschenden. Von diesen Personen werden etwa 80 Prozent in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen leben. Wie gesund ältere Menschen dabei sind, hänge sehr stark von ihrem physischen und sozialen Umfeld, den Gesundheits- und sozialen Unterstützungssystemen in ihren Ländern sowie von ihren persönlichen Eigenschaften ab.

Was war das Ziel der Forschung?

So können einige 80-Jährige ähnliche körperliche und geistige Fähigkeiten haben wie manche 30-Jährige, während andere Personen bereits in sehr viel jüngerem Alter deutliche Verschlechterungen ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit erfahren.

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Hier sind umfassende Informationen darüber erforderlich, wie Menschen in verschiedenen Ländern altern und wie viel Unterstützung sie benötigen würden, wenn sie beginnen, altersbedingte körperliche Einschränkungen zu erfahren. Nur so wird es möglich sein, die künftige Infrastruktur des öffentlichen Gesundheitswesens und nötige Dienste vorauszuplanen, um den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden, berichten die Forschenden.

Begrenzte Daten für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen

Während europäische Länder und die USA seit vielen Jahren umfangreiche Erhebungen zum Thema Altern und Gesundheit durchführen, liegen für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen nur sehr begrenzte nationale Informationen zur alternden Bevölkerung vor. Auf der Grundlage von Daten aus dem World Health Survey und den UN World Population Prospects wurden daher in der aktuellen Untersuchung erstmals Hochrechnungen für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen vorgenommen.

Prognosen für 23 Länder wurden erstellt

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Unter Anwendung einer innovativen Methodik, die am IIASA entwickelt wurde, untersuchten die Forschenden speziell den Gesundheitszustand auf der Grundlage der Aktivitätseinschränkungen älterer erwachsener Menschen in der ganzen Welt und prognostizierten den Anteil der Männer und Frauen im Alter über 50 Jahre mit schweren Aktivitätseinschränkungen für 23 Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Ähnliche Gesundheitstrends in ärmeren und reicheren Ländern

Die Ergebnisse zeigten für die nächsten 30 Jahre konstante Prävalenzraten von schweren Aktivitätseinschränkungen bei den älteren Erwachsenen – auch in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Insgesamt war es überraschend, dass in diesen Ländern ähnliche Gesundheitstrends zu beobachten waren wie in Ländern mit hohem Einkommen, berichten die Forschenden. Zudem seien bei dem Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung große Unterschiede in den 23 untersuchten Ländern festzustellen, so dass sich auch der Anteil älterer Erwachsener mit körperlichen Einschränkungen unterscheidet.

Es ist wichtig die Auswirkungen einer alternden Bevölkerung zu verstehen

Die Bedeutung der Alterung der Bevölkerung und ihre globalen Auswirkungen können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es ist wichtig, das Bewusstsein zu schärfen, und zwar nicht nur für globale Fragen zur Alterung der Bevölkerung, sondern auch für die Bedeutung von länderübergreifender Forschung und eines länderübergreifenden politischen Dialogs. Dies könnte dazu beitragen Herausforderungen einer weltweiten alternden Bevölkerung zu bewältigen, erläutert die Forschungsgruppe.

Mögliche globale Prioritäten für die Zukunft?

Die aktuelle Studie leistet einen Beitrag zu den Forschungsarbeiten, welche politischen Entscheidungstragenden helfen werden, sich auf eine Zukunft vorzubereiten, die durch die Herausforderungen im Zusammenhang mit der alternden Weltbevölkerung gekennzeichnet ist. Die Forschenden betonen, dass die finanzielle Vorbereitung auf ein längeres Leben und die Suche nach Möglichkeiten zur Verringerung altersbedingter Behinderungen in naher Zukunft wahrscheinlich zu nationalen und globalen Prioritäten werden. (as)

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