Apotheker laden Ärzte zum Dialog ein

Die Querelen rund um die Einführung der pharmazeutischen Dienstleistungen haben das Verhältnis der Ärzte- und Apothekerschaft erschüttert. Das Apothekerparlament reicht den Mediziner:innen nun die Hand: In einem Antrag, der mit 95 Prozent der Stimmen angenommen wurde, laden die Apotheker:innen die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen ein, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Einführung der honorierten pharmazeutischen Dienstleistungen hat für viel Unruhe gesorgt. Insbesondere in Hessen polterten Ärztefunktionäre gegen das neue Angebot der Apotheken – das Niveau der Auseinandersetzung darf wohl als grenzwertig bezeichnet werden.

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Die Apothekerkammer Nordrhein will nun wieder mit der Ärzteschaft in den Austausch kommen: In einem Antrag zum Deutschen Apothekertag in München forderte die Kammer um ihren Präsidenten Armin Hoffmann die Mediziner:innen auf, „federführend daran mitzuwirken, den zur Erfüllung des gesetzgeberischen Ziels der pharmazeutischen Dienstleistungen notwendigen professionellen und konstruktiven interprofessionellen Dialog sicherzustellen“.

Delegierte begrüßen Zielsetzung, zweifeln aber an der Form

Grundsätzlich begrüßten die Delegierten die Absicht der Kammer – für Diskussionen sorgte allerdings die Form. Göran Donner, Vizepräsident der Landesapothekerkammer Sachsen, merkte an, dass das Problem aus seiner Sicht vor allem auf Ebene der Funktionäre liegt und weniger auf Versorgerebene. Ob ein Vorstoß wie aus Nordrhein eingebracht zielführend sei, stellte er infrage. „Wir müssen wieder ins Gespräch kommen“, betonte Donner. „Aber nicht auf Druck auf Basis eines Apothekertagsbeschlusses.“

ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening berichtete indes, dass die Bundesvereinigung bereits vom Vorstand der Bundesärztekammer eingeladen worden sei, die pharmazeutischen Dienstleistungen näher zu erläutern. „Die Ärzte haben einfach keine Vorstellung davon, was mit pharmazeutischen Dienstleistungen gemeint ist“, sagte sie. Sie regte an, die Antragsformulierung etwas abzumildern und statt einer Aufforderung ebenfalls eine Einladung auszusprechen.

Buhrs: „Ich werde auch nicht gern zum Dialog gezwungen“

Dem schloss sich auch Cathrin Buhrs, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, an. „Ein Dialog ist nicht einforderbar, sondern ein Angebot“, stellte sie klar. Es sei der richtige Weg, sich wieder an einen Tisch zu setzen. „Aber ich werde auch nicht gern zum Dialog gezwungen.“

Hoffmann ließ sich auf die Anmerkungen der Kolleginnen ein und änderte den Antrag entsprechend ab. Er lautete letztlich wie folgt:

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