Coronavirus: Erster SARS-CoV-2-Impfstoff aus Deutschland fertiggestellt – Heilpraxis

Neuer Corona-Impfstoff soll 90 Prozent der Infektionen verhindern

Das deutsche Pharmaunternehmen BioNTech sowie der US-Konzern Pfizer stellen den ersten klinisch geprüften Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 vor. In einer klinischen Phase-3-Studie mit über 43.000 Teilnehmenden verhinderte der Impfstoff 90 Prozent aller SARS-CoV-2-Infektionen. Laut den Herstellern wurden keine ernsthaften Sicherheitsbedenken bei den Probandinnen und Probanden beobachtet.

Die Kooperation der beiden Pharmaunternehmen BioNTech aus Mainz sowie Pfizer aus New York geben die vorläufigen Ergebnisse ihrer klinischen Phase-3-Studie bekannt, bei der 43.538 Personen mit dem neuen Coronavirus-Impfstoff namens BNT162b2 geimpft wurden. Aufgrund der positiven Ergebnisse wollen die Unternehmen nun die Zulassung beantragen. Die Konzerne können nach eigenen Angaben bis Ende des Jahres 2020 bereits 50 Millionen Impfstoffdosen liefern. Im Jahr 2021 könnten bis zu 1,3 Milliarden Dosen produziert werden.

Um was für einen Impfstoff handelt es sich?

BNT162b2 ist ein sogenannter mRNA-basierter Impfstoffkandidat. Dieser enthält den genetischen Code des Coronavirus. Genauer gesagt, liefert der Impfstoff dem Immunsystem genetische Informationen über das Spike-Protein von SARS-CoV-2. Mithilfe dieses Proteins bindet sich das Virus an menschliche Zellen und dringt dann in sie ein. Kennt das Immunsystem den genetischen Code, beginnt es mit der Produktion von Antikörpern, ohne dass es tatsächlich mit dem Virus in Berührung gekommen ist.

Wenn dann ein echtes Coronavirus vom Typ SARS-CoV-2 in den Organismus eindringt, existieren bereits Antikörper, die sich an das Spike-Protein binden, woraufhin sich das Virus nicht mehr an Zellen festhalten kann und somit unwirksam wird. Der Impfstoff soll in zwei Dosen in Abstand von 21 Tagen über eine intramuskuläre Injektionen erfolgen. Der volle Schutz soll 28 Tage nach der ersten Verabreichung erreicht sein.

Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Nach der Injektion kann es zu lokalen Beschwerden an der Einstichstelle kommen, wie Schmerzen und Gewebeverhärtungen. Aus Studien mit ähnlichen Impfstoffkandidaten weiß man, dass es zu Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen oder Kopfschmerzen kommen kann, wenn der Körper mit der Produktion der Antikörper beginnt.

CEO: „Meilenstein in der Impfstoff-Entwicklung“

Bei den Konzernen wird bereits jetzt ein großer Erfolg gefeiert. „Heute ist ein großer Tag für Wissenschaft und Menschheit“, verkündet der Pfizer-Vorsitzende und CEO Dr. Albert Bourla. Die ersten Ergebnisse der Phase-3-Studie liefern ihm zufolge Beweis dafür, dass der Impfstoff in der Lage ist, COVID-19 zu verhindern. Es sei ein entscheidender Meilenstein in der Impfstoff-Entwicklung, auf den die Welt gewartet hat. Es sei auch ein bedeutender Schritt in Richtung Normalität und Beendigung der globalen Gesundheitskrise, so Bourla.

Kritik am Impfstoff

Einige Expertinnen und Experten raten noch zur Vorsicht. Denn bislang wurde noch keine offizielle Studie zu dem Wirkstoff veröffentlicht. Ein Großteil der Informationen stamme aus Pressemitteilungen der Pharmaunternehmen sowie aus den Zwischenergebnissen der Phase-3-Studie. Zudem sind vergleichbare Impfstoffkandidaten dafür bekannt, dass es bei einem kleinen Teil der Geimpften zu Autoimmunreaktionen auf die Antikörper kommt. Dadurch sinkt eventuell die allgemeine Akzeptanz des Impfstoffes. Darüber hinaus sei bislang kein anderer mRNA-basierter Impfstoff zugelassen, obwohl diese bei anderen Infektionserkrankungen wie Influenza, Ebola und Zirka bereits in Studien vielversprechende Ergebnisse erzielten. (vb)

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