COVID-19: Im Freien verbrachte Zeit schützt die Psyche – Heilpraxis

Vorteile durch weniger Bildschirmzeit und mehr Zeit im Freien

Die Bedrohung durch COVID-19 und damit verbundene Einschränkungen haben bei vielen Menschen zur Folge, dass diese sich unzufrieden und depressiv fühlen. Eine mögliche Gegenmaßnahme wäre, sich viel im Freien aufzuhalten und die vor dem Bildschirm verbrachte Zeit zu reduzieren. Denn dies ist laut einer aktuellen Studie mit einem höheren Maß an Glücksgefühlen verbunden.

Menschen, die während der COVID-19-Pandemie weniger Zeit vor den Bildschirmen von Fernsehern, Computern und Smartphones verbringen und sich dafür mehr im Freien aufhalten, zeigen ein höheres Glücksempfinden, so das Ergebnis einer gemeinsamen Untersuchung unter der Beteiligung von Forschenden der Anglia Ruskin University, der Karl Landsteiner Universität für Gesundheitswissenschaften und der Perdana University. Die Studie wurde in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Journal of Happiness Studies“ veröffentlicht.

Bei der aktuellen Untersuchung wurde analysiert, wie sich der Aufenthalt im Freien, die tägliche Bildschirmzeit (Nutzung von TV, Computer und Smartphone) und das Gefühl der Einsamkeit auf das Glücksempfinden während des COVID-19-Lockdowns auswirken. Die Studie wurde im April 2020 durchgeführt, als die österreichischen Teilnehmenden ihr Zuhause nur für bestimmte Aktivitäten (beispielsweise Sport) verlassen durften.

Darum sind Aufenthalte in Grünanlagen so wichtig

Akademische Studien haben bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass der Aufenthalt im Freien, insbesondere in Grünanlagen, die psychische Gesundheit verbessern kann, da er ein positiveres Körperbild fördert und Depressionen und Angstzustände reduziert.

Vorteile von ESM

Mit Hilfe einer sogenannten Experience Sampling Methode (ESM) maßen die Forschenden bei der aktuellen Studie das Glücksniveau einer Gruppe von 286 Erwachsenen dreimal täglich in zufälligen Abständen über einen Zeitraum von 21 Tagen. Dies ermöglichte es, Daten in Echtzeit und nicht retrospektiv zu erheben, was dazu beitrug, Erinnerungsfehler der Teilnehmenden zu vermeiden, erläutert das Team.

Bildschirmzeit und Einsamkeit reduzieren das Glücksempfinden

Die Forschungsgruppe stellte fest, dass das Glücksniveau der Teilnehmenden höher ausfiel, wenn diese sich viel im Freien aufhielten anstatt in geschlossenen Räumen. Mehr Bildschirmzeit dagegen mit einem geringeren Glücksniveau verbunden, ebenso wie ein höheres Maß an Einsamkeit. Der Einfluss von Einsamkeit auf das Glücksempfinden war jedoch schwächer, wenn die Teilnehmenden sich viel im Freien aufhielten.

Zeit im Freien positiv für das Wohlbefinden

Die Einschränkungen im Lockdown können zwar die COVID-19-Infektionen eindämmen, wirken sich über längere Zeit jedoch negativ auf die psychische Gesundheit aus, berichten die Forschenden.
„Unsere Ergebnisse sind in diesem Zusammenhang wichtig, weil sie zeigen, dass der Aufenthalt im Freien unter den Bedingungen des Lockdowns einen positiven Einfluss auf das psychische Wohlbefinden hat“, betont Studienautorin Professorin Viren Swami von der Anglia Ruskin University (ARU) in einer Pressemitteilung.

Der Aufenthalt im Freien bietet die Möglichkeit dem Stress zu Hause zu entkommen, soziale Beziehungen zu anderen Personen zu pflegen und sich körperlich zu betätigen. All diese Faktoren können die psychische Gesundheit verbessern. Insbesondere in Anbetracht der aktuellen Verschärfung des Lockdowns könnte der Aufenthalt im Freien dazu beitragen, die Stimmung der Menschen in diesen schweren Zeiten zu verbessern. (as)

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