COVID-19: Osteoporose-Medikamente senken die Infektionsrate – Heilpraxis

Osteoporose-Medikamente zum Schutz vor COVID-19?

Typische Behandlungsmethoden gegen Osteoporose scheinen mit einer schützenden Wirkung gegen COVID-19 verbunden zu sein und könnten speziell die Infektionsrate um 30 bis 40 Prozent reduzieren.

Bei Osteoporose eingesetzte Medikamente scheinen Menschen vor einer Erkrankung an COVID-19 zu schützen, so das Ergebnis einer Untersuchung unter Beteiligung von Forschenden des Hospital del Mar, dem Hospital del Mar Medical Research Institute, der Pompeu Fabra University und dem Pere Virgili Health Care Park. Die Ergebnisse der Querschnittsstudie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Aging” publiziert.

Worauf basiert eine Schutzwirkung?

Es gibt Hinweise, welche die Hypothese zulassen, dass bestimmte Medikamente zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen positiv in den Verlauf von COVID-19 eingreifen könnten, berichtet Studienautor Dr. Jordi Monfort. Diese Schutzwirkung könne sowohl eine verringerte Inzidenz der Erkrankung als auch ein selteneres Fortschreiten zu schwereren Fällen umfassen.

Für die Studie wurden die Daten von mehr als 2.000 Personen mit Osteoporose, Osteoarthritis und Fibromyalgie ausgewertet, die im rheumatologischen Dienst des Hospital del Mar (Barcelona, Spanien) behandelt wurden. Die kumulative COVID-19-Inzidenz vom 1. März bis zum 3. Mai 2020 in dieser Gruppe wurde mit Bevölkerungsschätzungen für dieselbe Stadt verglichen.

Was wurde untersucht?

Ausgangspunkt für die neue Untersuchung war die Wahrnehmung der Forschenden des Hospital del Mar über eine geringe Inzidenz der Pandemie bei einigen der dort behandelten Personen. Daher untersuchte das Team mögliche Zusammenhänge der verschiedenen Behandlungen bei Rheumatologie-Patientinnen und -Patienten mit den SARS-CoV-2-Infektionen, deren Entwicklung, der Notwendigkeit von Krankenhausaufenthalten und der Sterblichkeit.

Verringerung der Inzidenz um bis zu 40 Prozent

Im Falle einiger der wichtigsten Behandlungsmethoden für Osteoporose (mit Denosumab, Zoledronat und Kalzium) deuten die Daten auf eine erhebliche Verringerung der Inzidenz von COVID-19 bei den Personen hin, die diese Medikamente einnehmen, betonen die Forschenden. Konkret ausgedrückt lag die Verringerung der Inzidenz zwischen 30 und 40 Prozent.

„Die Studie deutet darauf hin, dass einige dieser Behandlungen Menschen vor einer Infektion durch COVID-19 schützen könnten, obwohl noch weitere Studien mit mehr Personen durchgeführt werden müssen, um dies zu beweisen”, erläutert Studienautor Dr. Josep Blanch-Rubio vom Hospital del Mar in einer Pressemitteilung.

Wie schützen Denosumab und Zoledronat?

Denosumab zielt auf das sogenannte RANK/RANKL-System ab, dessen Hemmung die Entzündungsreaktion modifiziert, und wirkt auf Zytokine, welche bei der Infektion mit COVID-19 eine wichtige Schlüsselrolle spielen, berichten die Forschenden. Zoledronat könne ebenfalls die Immunantwort modulieren und deren Aktivität gegen SARS-CoV-2 stimulieren.

Duloxetin könnte ebenfalls schützen

Die Ergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass auch eine andere gängige Behandlung, das Antidepressivum Duloxetin, einen positiven Effekt bei der Verringerung der Inzidenz von COVID-19 haben könnte. Und umgekehrt scheine das häufig verwendete Schmerzmittel Pregabalin die Tendenz zu haben, die Inzidenz der Krankheit zu erhöhen, erläutert das Team.

Weitere Studien werden durchgeführt

Insbesondere die vielversprechenden Ergebnisse, die mit Duloxetin erzielt wurden, sind signifikant und nun sollen weitere Studien durchgeführt werden, um seine möglichen positiven Auswirkungen auf COVID-19 zu überprüfen, berichten die Forschenden. (as)

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