Fünf Bundesländer melden keine neuen Zahlen, R-Wert steigt weiter – Infektionszahlen in deutschen Nachbarländern explodieren

Das Coronavirus breitet sich in Europa wieder stark aus – besonders Frankreich und Spanien sind stark betroffen. In Deutschland bilden sich immer neue Infektionsherde. In München wurde nun eine wichtige Obergrenze überschritten. Derweil steigt in Deutschland der R-Wert. Alle Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Deutschland und der Welt im News-Ticker.

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Topmeldungen zur Corona-Pandemie: Starker Anstieg der Corona-Fälle nun auch in Hamm und Remscheid (10.35 Uhr) +++ Mitten in Berlin entsteht Hotspot, Corona-Ampel springt auf Gelb (07.55 Uhr) +++ R-Wert in Deutschland steigt weiter an (20.48 Uhr) +++ Jetzt deutlich über 50: Münchner Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter (15.41 Uhr) +++ Polizei löst illegale Party in Berlin auf, Situation eskaliert (10.41 Uhr) +++

Polizei muss James-Simon-Park erneut räumen

Erneut musste die Berliner Polizei den James-Simon-Park im Bezirk Mitte räumen. Hunderte hatten sich in dem Park an der Museumsinsel versammelt, wie der "rbb" berichtet. Dabei hätten sich viele nicht an die geltenden Corona-Regeln gehalten. Zudem sei die Musik sehr laut gewesen. Im Vergleich zur Nacht zuvor blieb es bei der Räumung dieses Mal jedoch friedlich.

Als Beamte zuvor Freitagnacht in den Park ausrückten, wurden sie mit Flaschen attackiert. Ein Polizist wurde dabei verletzt und musste ambulant behandelt worden. Etwa gegen 23.00 Uhr hatten die Polizisten am Freitagabend eine Ansammlung im James-Simon-Park mit bis zu 600 Teilnehmern aufgelöst. Partyteilnehmer hätten gegrölt und sich nicht an die Mindestabstände wegen der Pandemie gehalten, hieß es. Nach Angaben von Zeugen sollen aus einer etwa 300-köpfigen Gruppe heraus einige mit Stühlen von nahen Gaststätten aufeinander losgegangen sein.

TOP-NEWS: Starker Anstieg der Corona-Fälle nun auch in Hamm und Remscheid

10.23 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in einigen nordrhein-westfälischen Städten steigt weiterhin stark an. Am Sonntag überschritten auch die Städte Hamm und Remscheid die sogenannte Vorwarnstufe. Das heißt, die Menschen dort müssen sich jetzt womöglich wieder auf erste Einschränkungen des öffentlichen Lebens einstellen.

Bei der entscheidenden Kennzahl – den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – lag Gelsenkirchen am Sonntag weiterhin an der Spitze der großen Städte und Kreise in NRW. Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz wurde vom Robert Koch-Institut (RKI) wie am Vortag mit 44,1 angegeben – eine Woche zuvor waren es 10,7. Hamm kam am Sonntag auf einen Wert von 43,0 – eine Woche zuvor betrug die Sieben-Tages-Inzidenz dort noch 10,1. In Remscheid infizierten sich laut RKI in den vergangenen sieben Tagen 36,9 Personen pro 100 000 Einwohner mit dem Coronavirus – eine Woche zuvor waren es noch 20,7. Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Städte und Kreise, die eine Sieben-Tages-Inzidenz über 35 aufweisen, müssen in NRW mit den zuständigen Landesbehörden konkrete Gegenmaßnahmen abstimmen. Zudem sind ab diesem Wert keine Zuschauer etwa bei Fußball-Bundesligaspielen mehr erlaubt, was in Gelsenkirchen ein Thema werden könnte. Der FC Schalke 04 hat am nächsten Samstag sein erstes Heimspiel der Saison.

In der Nähe der Vorwarnstufe sind außerdem die Stadt Köln mit einem Wert von 34,2 sowie der Oberbergische Kreis mit einem Wert von 33,0.

Überschreitet eine große Stadt oder ein Kreis die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche, sind gemäß der nordrhein-westfälischen Corona-Schutzverordnung "zwingend zusätzliche Schutzmaßnahmen anzuordnen".

Spanien warnendes Beispiel, wie schnell Corona-Todesrate steigen kann

10.18 Uhr: Am ersten August lag die Rate der Corona-Toten pro eine Million Einwohner in sieben Tagen in Deutschland und Spanien noch bei 0,04. Ein Diagramm der Seite "Our World in Data" veranschaulicht, wie schnell sich das ändern kann. Denn inzwischen hat sich der Wert in Spanien auf 2,3 erhöht, während er hierzulande noch bei 0.06 liegt.

Screenshot Our World in Data  

Spanien verzeichnet auch insgesamt einen dramatischen Anstieg der Neuinfektionen. Der Mittelmeerstaat gilt als am stärksten von der Pandemie betroffenstes Land Europas, diese Woche wurde die Marke von 600.000 bestätigten Ansteckungen überschritten. Allein in Madrid werden derzeit rund ein Drittel aller Neuinfektionen verzeichnet.

Das hat dramatische Folgen: In der spanischen Hauptstadt wurden erneut Ausgehbeschränkungen verhängt. So dürfen die Bewohner einer Reihe von Stadtvierteln diese nur noch verlassen, wenn sie zur Arbeit oder zum Arzt gehen oder Kinder zur Schule bringen.

Söder: Weihnachtsmärkte wegen Corona mit weniger Alkoholkonsum

10.19 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kann sich Weihnachtsmärkte in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie vorstellen – mit Maskenpflicht und weniger Alkohol. "Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen. Man kann beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definieren, man muss mit Maskenpflicht operieren und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen", sagte er CSU-Chef der "Welt am Sonntag". "Dann kann ich mir die Christkindlmärkte vorstellen, die allerdings anders sind als die normalen – und nur, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte kürzlich gesagt, wenn es gelinge, Weihnachtsmärkte mit Hygiene, Abstand und Masken zu versehen, ohne ihren Charakter infrage zu stellen, könnte es das sicherlich auch geben. dpa/Sven Hoppe/dpabild Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, mit Mundschutz.

Mitten in Berlin entsteht Hotspot, Corona-Ampel springt auf Gelb

07.55 Uhr: Berlin hat mit 146 erneut einen dreistelligen Wert bei den Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Gesamtzahl der Infizierten beträgt damit 13 064 (Stand: 12.00 Uhr). 11.667 Menschen gelten als genesen, wie aus dem aktuellen Lagebericht der Gesundheitsverwaltung von Samstag hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 beträgt unverändert 227. Der Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg liegt mit 45,8 Fällen je 100.000 Einwohnern in 7 Tagen nur noch knapp unter der Hotspot-Grenze.

So betroffen ist derzeit kein anderer Berliner Bezirk: Der Stadtteil zeigt sich wegen gestiegener Corona-Zahlen in Verbindung mit Partys alarmiert. "Die hohen Infektionszahlen in unserem Bezirk sind vielfach auf junge, feiernde Menschen zurückzuführen", erklärte Gesundheitsstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke). Ansteckungsorte seien "oftmals Clubs, private Feiern und inoffizielle Veranstaltungsorte in Friedrichshain-Kreuzberg", aber auch in anderen Bezirken.

Von Infektionen betroffen ist nach Bezirksangaben vor allem die Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen. Auch Außenbereiche von Clubs spielten bei der Ansteckung eine Rolle, hieß es. "Weitere Schwerpunkte sind private Feiern und illegale Raves in Außenbezirken." Der Bezirk kündigte verstärkte Kontrollen von Veranstaltungsorten an und will bei Polizei und anderen Bezirken diesbezüglich "für eine gemeinsame Schwerpunktsetzung" werben.

Die Corona-Ampel sprang bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner/Woche mit dem Wert 20,6 auf Gelb, während sie im Falle der beiden anderen Indikatoren (Reproduktionszahl, Auslastung der Intensivbetten) weiterhin Grün zeigt. Robert Michael/dpa-Zentralbild/d

Bericht: Kliniken blocken immer weniger Betten für Corona-Patienten

07.24 Uhr: Trotz steigender Infektionszahlen halten deutsche Kliniken einem Bericht zufolge auf ihren Intensivstationen weit weniger Betten für Corona-Patienten frei als noch vor einigen Wochen und Monaten. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält das auch für richtig: "Trotz leicht angestiegener Infektionszahlen gab es keine erhebliche Belastung der Intensivstationen", sagte Reinhardt der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Dass zuletzt etwa Baden-Württemberg entschieden habe, die Quote der für Intensivpatienten mit Covid-19 freigehaltenen Betten von 35 auf 10 Prozent zu senken, halte er für angemessen. Eine Mindestquote sei zwar nötig. Die Kliniken hätten aber genügend Zeit und Erfahrung, um ihre Kapazitäten hochzufahren, wenn es wieder mehr Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf geben sollte, so Reinhardt.

England führt hohe Geldstrafen bei Verstoß gegen Corona-Regeln ein

Sonntag, 20. September, 07.03 Uhr: England führt im Kampf gegen die Corona-Pandemie hohe Geldstrafen bei Verstößen gegen die Schutzregeln ein. Wer etwa die Isolationspflicht nach einem positiven Corona-Test oder nach Aufforderung durch die Gesundheitsbehörden missachtet, muss künftig mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Pfund (11.000 Euro) rechnen, wie die britische Regierung am Samstag mitteilte. Die neuen Regelungen gelten demnach ab dem 28. September. dpa/Kirsty Wigglesworth/AP POOL/dpa In Schutzkleidung besucht Premier Boris Johnson das Jenner Institute in Oxford, wo er sich über die Covid-19-Impfstoffforschung informiert.

Auch Bürgern, die sich nach einer internationalen Reise nicht in Quarantäne begeben, droht ein Bußgeld. Die Mindeststrafe für Verstöße liegt bei 1000 Pfund. Bei wiederholten oder besonders schlimmen Verstößen werden 10.000 Pfund fällig. Den Höchstbetrag müssen auch Unternehmen zahlen, die ihren Mitarbeitern bei Einhaltung der Quarantäne mit Entlassung drohen. "Wir können dieses Virus am besten bekämpfen, indem sich jeder an die Regeln hält und sich isoliert, wenn die Gefahr besteht, dass er das Coronavirus überträgt", erklärte Premierminister Boris Johnson. Die neuen Geldstrafen würden eingeführt, damit niemand die Bedeutung der Schutzregeln unterschätze.

TOP-NEWS: Fünf Bundesländer melden am Samstag keine neuen Zahlen – R-Wert steigt erneut an

20.48 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen um 1735 Fälle auf insgesamt 270.684 gestiegen. Am Tag zuvor hatten die Landesämter noch 2219 Fälle gemeldet, allerdings lagen am Samstagabend nur aus elf von 16 Bundesländern Zahlen vor.

Bei der begrenzten Zahl an Neumeldungen waren zwei neue Todesfälle dabei, damit liegt die Zahl an Menschen, die in Deutschland durch das Virus ums Leben kamen, bei 9357. Die Zahl der aktuellen Fälle in Deutschland stieg im Vergleich zum Vortag um 633 Personen und liegt nun bei 21.527.

Der R-Wert, der am Freitag bei 1,16 lag, stieg nach Angaben des Robert-Koch-Instituts nochmal auf 1,27. Drei Tage zuvor, am Mittwoch, war der R-Wert auf 1,00 gesunken und hatte damit genau die kritische Grenze von 1 erreicht. Seitdem steigt er stetig. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Die Zahl der durch Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten lag am Samstagabend bei 260. 144 Patienten werden aktuell invasiv beatmet. Das geht aus dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervor.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 46.927 (+156) / 1871 Todesfälle (+0)
  • Bayern: 64.465 (+312) / 2646 Todesfälle (+0)
  • Berlin: 13.064 (+146) / 227 (+0)
  • Brandenburg: 4117 (+20) / 173 Todesfälle (+0)
  • Bremen: 2192 (+15) / 59 Todesfälle (+0) (Keine aktuellen Angaben)
  • Hamburg: 7149 (+75) / 239 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 17.516 (+174) / 543 Todesfälle (+0)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1105 (+10) / 20 Todesfälle (+0) (Keine aktuellen Angaben)
  • Niedersachsen: 18.775 (+153) / 669 Todesfälle (+0)
  • Nordrhein-Westfalen: 64.691 (+608) / 1844 Todesfälle (+2)
  • Rheinland-Pfalz: 10.075 (+62) / 247 Todesfälle (+0)
  • Saarland: 3275 (+8) / 176 Todesfälle (+0)
  • Sachsen: 6608 (+38) / 225 Todesfälle (+0) (Keine aktuellen Angaben)
  • Sachsen-Anhalt: 2423 (+40) / 66 Todesfälle (+0) (Keine aktuellen Angaben)
  • Schleswig-Holstein: 4383 (+34) / 161 Todesfälle (+0) (Keine aktuellen Angaben)
  • Thüringen: 3919 (+21) / 189 Todesfälle (+0)

Gesamt (Stand 19.09.2020, 20.48 Uhr): 270.684 (9357 Todesfälle)

Vortag (Stand 18.09.2020, 19.48 Uhr): 268.949 (9355 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 239.800

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 21.527 (+633)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,27 (Vortag: 1,16)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 260 (Vortag: 235)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 144 (Vortag: 144)

19.30 Uhr: Die Forderung der Demonstrierenden am Samstagmittag auf dem Frankfurter Opernplatz ist klar. "Lass uns endlich wieder arbeiten!", forderte Natalia, Prostituierte aus Rumänien, die nach eigenen Angaben seit einigen Jahren in Frankfurt arbeitet. Kolleginnen würden auf die Straße gedrängt, böten Sex in Autos oder Hotels an. Dort gebe es keine Seife, kein Wasser, kein Desinfektionsmittel – und auch keine sozialen Kontakte, die mehr Sicherheit für die Prostituierten bieten.

Seit Mitte März müssen die Prostitutionsbetriebe in Hessen wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Dagegen wehrt sich der Hilfeverein für Prostituierte, Doña Carmen, der zu der Demonstration aufgerufen hat. Von etwa 50 Teilnehmern sprach die Polizei am Mittag. Der derzeitige Zustand sei "weder notwendig, noch verhältnismäßig, noch geeignet, um die Ausbreitung von Corona einzuschränken", sagte Juanita Henning vom Verein. Die Prostituierten würden in informelle Strukturen abgedrängt.

Seit der Schließung der Bordelle, so teilte die Stadt Frankfurt mit, seien immer mehr Prostituierte auf den Straßen im Frankfurter Bahnhofsviertel zu sehen. Straßenprostitution ist im Stadtgebiet demnach bis auf wenige Ausnahmen verboten, entdeckt das Ordnungsamt ein sogenanntes Anbahnungsgeschäft, wird ein Bußgeld fällig.

Das zuständige Wirtschaftsministerium erklärte zur andauernden Schließung, dass von Prostitutionsstätten "beträchtliche infektiologische Risiken" ausgingen. Die "Interessen der Betreiber und der Prostituierten, ihrer wirtschaftlichen Betätigung nachzugehen" sei zwar legitim, müssten jedoch "hinter dem Gesundheitsschutz zurückstehen", hieß es. In anderen Bundesländern ist der Prostitutionsbetrieb unter bestimmten Bedingungen teilweise wieder möglich. So ist unter anderem Prostitution seit vergangenem Dienstag unter Auflagen in Hamburg und Schleswig-Holstein wieder zulässig.

19.11 Uhr: Gleich mehrere osteuropäische Länder haben am Samstag neue Rekordstände ihrer Corona-Neuinfektionen gemeldet. In Polen wurden binnen 24 Stunden 1002 Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert. Auch die Slowakei und Litauen meldeten am Samstag den höchsten Stand der Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie. "Die Zahlen, die wir heute haben, sind das Ergebnis einer Rückkehr der Menschen zu einem normalen Alltag, der Rückkehr an die Arbeit", erklärte ein Sprecher des polnischen Gesundheitsministeriums.

Im 38-Millionen-Einwohner-Land Polen wurden bislang 78.330 Corona-Infektionen nachgewiesen. Die Zahl der Corona-Toten stieg am Samstag um zwölf auf 2300. In der Slowakei wurden am Samstag 290 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit wurden in dem Land mit 5,4 Millionen Einwohnern bislang mehr als 6500 Ansteckungen nachgewiesen. "Die Lage ist kritisch geworden", kommentierte Regierungschef Igor Matovic den Rekord an Neuansteckungen im Online-Netzwerk Facebook.

In Litauen stieg die Zahl der Corona-Infektionen am Samstag um 99 auf mehr als 3600 Fälle. Tschechien hatte am Freitag einen Rekord von 3130 Neuinfektionen gemeldet. Am Samstag waren es gut 2100 neue Fälle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Anstieg der Corona-Infektionen in Europa am Donnerstag als "alarmierend" bezeichnet.

19.02 Uhr: Das deutsche Gesundheitssystem ist derzeit trotz steigender Corona-Infektionszahlen noch nicht überlastet. Mit fast 2300 Neuinfektionen an einem Tag sei zwar der höchste Wert seit April erreicht worden, schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag bei Twitter.

„Aktuell kann unser Gesundheitssystem gut mit der Situation umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt“, fügte er hinzu. Er appellierte erneut an die Bürger, Abstand zu halten, Mund-Nase-Schutz zu tragen und Hygiene-Regeln zu beachten.

Polizei wollte Anti-Lockdown-Demo in London auflösen – immer noch Hunderte Menschen unterwegs

18.53 Uhr: Die Londoner Polizei hat nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters versucht, eine Demonstration von mehr als 1000 Menschen in London am Samstagnachmittag aufzulösen. Die Teilnehmer demonstrierten demnach gegen einen potenziellen Lockdown in London, der aufgrund stark ansteigender Corona-Zahlen nicht unwahrscheinlich scheint. Die Menschen hätten sich am Trafalgar Square versammelt und mit Schildern wie "Freiheit, nicht Angst" protestiert.

Die Polizei begann laut Reuters gegen 15 Uhr damit, die Demonstration aufzulösen, Grund dafür sei gewesen, dass die Teilnehmer andere Menschen in Gefahr gebracht hätten. "Dies, gepaart mit Feindseligkeiten und Gewaltausbrüchen gegen Beamte, bedeutet, dass wir nun Durchsetzungsmaßnahmen ergreifen werden, um diejenigen, die in der Gegend bleiben, zu vertreiben", sagte die Londoner Metropolitan Police in einer Erklärung.

Gegen 16 Uhr seien nach Reuters-Informationen aber immer noch mehrere Hundert Menschen am Trafalgar Square gesichtet worden. London verzeichnete am Samstag die höchste Zahl an Neuinfizierten seit Mai.

15.41 Uhr: Die Corona-Lage in München verschärft sich. Nachdem die Stadt am Freitag den Grenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche knapp gerissen hatte, steigt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter. Nach 50,7 am Freitag liegt sie nun bei 54,2, wie die Stadt am Samstag mitteilte. Dabei kam es am Samstag durch eine Panne zu unterschiedlichen Werten bei verschiedenen offiziellen Stellen.

„Aufgrund eines IT-Übertragungsfehlers sind die 130 neuen Infektionsfälle noch nicht in der Statistik des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) geführt und deshalb auch nicht in die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz des LGL für München eingeflossen“, erklärte die Stadt. Ihr zufolge gab es seit Beginn der Pandemie in München 10.583 bestätigte Infektionen. 8929 Personen sind demnach genesen, 223 gestorben.

Der Wert von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern gilt als wichtige Schwelle im Kampf gegen die Corona-Pandemie; wird er überschritten, sind verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen.

Erstes Krankenhaus in Wien überfüllt

14.50 Uhr: Das Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien, Österreichs führende Corona-Klinik, ist laut eines Bericht des Portals "oe24" überfüllt. Demzufolge gebe es keinen Platz mehr für weitere Covid-Patienten, die Kapazitäten an Intensivbetten seien ausgelastet. Insgesamt liegen in der österreichischen Metropole aktuell 34 Corona-Patienten auf der Intensivstation.

Trotzdem sehe man derzeit keinen Grund zur Besorgnis: "Alle unsere Spitäler haben Abteilungen und Bereiche definiert, in denen Corona-Patienten nach Bedarf betreut werden können – so auch die Klinik-Favoriten", sagte Nina Brenner-Küng vom zuständigen Gesundheitsverbund dem Portal. Zudem könne die Zahl an Betten laut dem Büro des Wiener Stadtrates Peter Hacker noch erhöht werden.

Friedrich Merz nennt Corona-Warn-App "Flopp"

13.34 Uhr: Friedrich Merz, der neben Norbert Röttgen und Armin Laschet für den CDU-Vorsitz kandidiert, hat die Corona-Warn-App kritisiert. Bei einer Veranstaltung der Jungen Union Niedersachsen in Hildesheim soll er das Feature "weitgehend" als "Flopp" bezeichnet haben. Das geht aus einem Bericht der "Tagesschau" hervor. Deutschland und Europa müssten alles in allem mehr digitale Anwendungen wie etwa Videokonferenz-Software entwickeln, um nicht den USA oder China abhängig zu sein. dpa/Rolf Vennenbernd/dpa Friedrich Merz (CDU)

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