In internem Papier skizziert Lauterbach drei Corona-Szenarien für den Herbst

Das Wichtigste

  • Die Coronazahlen steigen wieder – und Experten warnen bereits vor der Welle im Herbst.
  • Im Gesundheitsministerium von Karl Lauterbach (SPD) geht man von drei möglichen Szenarien im Herbst aus.

 

Das geht aus einem Papier des Ministeriums hervor, das die „ Bild “-Zeitung veröffentlicht hat.

1. Günstigstes Szenario

  • Eine neue Virus-Variante breitet sich in Deutschland aus. Diese verursacht weniger starke Verläufe als die aktuelle Omikron-Variante.
  • Harte Maßnahmen sind nicht oder nur für Risikogruppen nötig.

2. Mittelschweres Szenario

  • Die dominierende Variante sorgt für ähnlich schwere Verläufe wie die aktuellen Omikron-Varianten BA.4, BA.5 und BA.2.12.1.
  • Maßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsregeln könnten wieder notwendig werden.

3. Ungünstigstes Szenario

  • Eine neue Virusvariante, die schwere Verläufe auslöst und sich leichter ausbreitet, dominiert in Deutschland.
  • Der Impfschutz wird von dieser Variante zu großen Teilen umgangen, harte Maßnahmen bis ins Frühjahr 2023 sind notwendig.

Corona-Herbst: Gesundheitsministerium rechnet mit Szenario 2

Laut dem Papier hält das Gesundheitsministerium Szenario Nummer zwei für am wahrscheinlichsten. Ohne zusätzliche Maßnahmen sei dann mit etwa 1500 Corona-Toten in der Woche zu rechnen.

Um möglichst viele Tote zu vermeiden, hatte Lauterbach bereits in der vergangenen Woche einen Sieben-Punkte-Plan für den Herbst vorgestellt.

1. Impfkampagne

Die Bundesregierung beschafft und bevorratet eine breite Impfstoffpalette inklusive Vakzinen, die an die Omikron-Variante angepasst werden. So soll jedem und jeder der beste Impfstoff in der jeweiligen Lage angeboten werden können.

2. Testkonzept

Auch im Sommer sollen weiterhin Bürgertests angeboten werden. Lauterbach hatte jedoch angekündigt, von den kostenlosen Bürgertests für alle abzurücken. Künftig sollen nur noch Menschen mit Symptomen sowie einige weitere Gruppen für Gratis-Tests infrage kommen.

3. Behandlungskonzept

Wirkungsvolle Arzneimittel (zum Beispiel Paxlovid) gegen Covid-19 sollen häufiger und schneller einzusetzen. Der Expertenrat der Bundesregierung erarbeitet dafür ein Behandlungskonzept.

4. Schutz vulnerabler Gruppen

Pflegeinrichtungen sollen verpflichtet werden, einen Hygienebeauftragten zu benennen. Darüber hinaus sollen Impflücken geschlossen und Arzneimittel zügig in den Einsatz gebracht werden.

5. Datenfluss

Die Übersicht über mit COVID-Patienten belegte Betten soll deutlich verbessert werden. Dazu werden Krankenhäuser verpflichtet, tagesaktuell über vorhandene Strukturen (DEMIS) die Daten ans RKI zu melden.

6. Schulen und Kitas

Durch ein einheitliches Hygienekonzept soll Kinder und Jugendliche in Schulen und Kitas besser geschützt werden. Hier unterstützt das RKI die Länder in ihrer Arbeit.

7. Infektiosschutzgesetz

Ziel ist es, das IfSG mit dem Auslaufen zum 23. September zu reformieren. Dazu ist das BMG mit dem BMJ im Gespräch.

Am Donnerstag verkünden Bund und Länder den Corona-Plan

Am Donnerstag verkünden die Gesundheitsminister von Bund und Ländern die Ergebnisse der Gesundheitsministerkonferenz. Neben der Frage der kostenlosen Bürgertests für alle ist noch offen, inwiefern die Länder stärker an der Finanzierung der Tests beteiligt werden.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern tagen seit Mittwoch in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Neben dem weiteren Corona-Kurs sollte es auf der Konferenz außerdem um eine beschleunigte Digitalisierung im Gesundheitssektor gehen.

Bernhard Brink rastet auf Bühne aus: „Den soll beim Kacken der Schlag treffen“

FOCUS Online/Wochit Bernhard Brink rastet auf Bühne aus: „Den soll beim Kacken der Schlag treffen“  

Quelle: Den ganzen Artikel lesen