Kassenärzte: Impf-Priorisierung wird im Mai überflüssig werden

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 19. April 2021

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Schwedischer Arzt: Weil Leute Impfung verweigern, landen täglich hunderte Dosen Astrazeneca im Müll

11.28 Uhr: In der Region Stockholm müssen nach Angaben eines Chefarztes jeden Tag Hunderte Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs weggeworfen werden, weil die Leute sich weigern, damit geimpft zu werden. In einem Interview des schwedischen Fernsehens SVT sagte Johan Styrud vom Stockholmer Ärzteverband am Montag, es gelinge nicht, schnell genug andere Impfwillige zu finden. Wenn der Impfstoff nicht innerhalb weniger Stunden verabreicht werde, müsse er weggeschmissen werden, so Styrud. Stefan Sauer/dpa/Symbolbild Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca.

Nachdem in Zusammenhang mit dem Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca einige Fälle von Blutgerinnsel aufgetreten sind, wird der Wirkstoff in Schweden nur noch an die über 65-Jährigen verabreicht.

Dem Bericht zufolge sagen einige Patienten ihren Termin ab, wenn sie erfahren, dass sie mit dem Astrazeneca-Mittel geimpft werden sollen. Andere würden an der Tür der Impfzentren wieder kehrtmachen. Styrud betonte, dass der Nutzen der Impfung sehr viel größer sei als das Risiko von Komplikationen.

USA: Jeder zweite Erwachsene mit mindestens einer Dosis geimpft

Montag, 19. April, 9.13 Uhr: Vier Monate nach der ersten Coronavirus-Impfung in den USA haben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mehr als die Hälfte aller Erwachsenen dort mindestens eine Impfdosis erhalten. 50,4 Prozent der Erwachsenen – rund 130 Millionen Menschen – wurde bis Sonntag mindestens eine Dosis verabreicht, wie aus CDC-Statistiken hervorging. Vollständig geimpft ist demnach bereits fast jeder dritte Erwachsene. In der besonders gefährdeten Altersgruppe ab 65 Jahren haben 81 Prozent eine erste Dosis erhalten, rund zwei Drittel sind vollständig geimpft.

Die Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses teilte mit, derzeit würden im Schnitt mehr als drei Millionen Impfungen am Tag verabreicht. Insgesamt wurden in dem Land mit etwa 330 Millionen Einwohnern schon fast 210 Millionen Coronavirus-Dosen gespritzt. Ausgeliefert wurden bislang mehr als 264 Millionen Dosen. Die erste Impfdosis in den USA war am 14. Dezember 2020 einer Krankenschwester in New York gespritzt worden.

Der größte Teil der Impfungen in den USA erfolgt mit den Wirkstoffen der US-Konzerne Moderna und Pfizer, letzterer hatte das Präparat gemeinsam mit seinem deutschen Partner Biontech entwickelt. Impfungen mit dem Wirkstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson sind derzeit ausgesetzt, nachdem in den USA sechs Fälle von Hirnvenenthrombosen erfasst wurden. Der Impfstoff von Johnson & Johnson muss nur einmal gespritzt werden, um seine volle Wirkung zu entfalten, bei den beiden anderen Mitteln sind zwei Dosen nötig.

Kassenärzte: Impf-Priorisierung wird im Mai überflüssig werden

16.48 Uhr: Die Kassenärzte erwarten, dass die Impfpriorisierung bestimmter Gruppen in Deutschland im Mai aufgehoben werden kann. "Im Mai sind neben den Hausärzten sukzessive auch die Fachärzte mit an Bord, und wir werden immer mehr gesunde Menschen und andere Personen außerhalb der derzeit berechtigen Gruppen impfen", sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Sonntag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er rechne damit, dass im Mai auch die Priorisierungsvorschriften sukzessive fallen und "von dann an jeder Erwachsene eine Impfung erhalten kann".

Aus den priorisierten Risikogruppen seien bisher etwa 16 Millionen Menschen erstgeimpft, rund fünf Millionen gälten als vollständig immunisiert, sagte Gassen der Zeitung. Insgesamt gebe es in diesen Gruppen 23 Millionen Berechtigte. Da für die Impfzentren und Praxen im Mai jede Woche 4 bis 4,5 Millionen Impfdosen zur Verfügung stünden, hätten schon bald alle besonders Gefährdeten ein Impfangebot erhalten, so dass es für alle geöffnet werden könne. 

Die Einbeziehung der Fachärzte sei in diesem Zusammenhang sehr wichtig, da auch sie, wie die Hausärzte, viel Impferfahrung hätten, etwa Internisten, Onkologen oder Gynäkologen. Die Kinderärzte stünden ebenfalls bereit. Zwar gibt es bisher keinen Impfstoff, der für Minderjährige unter 16 Jahren zugelassen ist. "Aber die Kinderärzte könnten Eltern und andere erwachsene Begleitpersonen impfen", schlug Gassen vor. 

Hintergrund für die Zuversicht ist die Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums vom Freitag, dass in der kommenden Woche deutlich mehr Impfstoff an die Arztpraxen geliefert werden soll als bisher. Das Ministerium verwies auf zusätzliche Lieferungen des Herstellers Biontech/Pfizer. dpa/Tobias Schwarz/AFP Pool/dpabild Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Ukraine will Millionen verschmähte Astrazeneca-Dosen von EU aufkaufen

Sonntag, 18. April 2021, 10.04 Uhr: Dänemark, Tschechien, Lettland und Litauen sitzen auf Millionen von Impfdosen des Herstellers Astrazeneca, die sie nicht mehr verimpfen wollen. Die Ukraine dagegen ist verzweifelt auf der Suche nach Impfstoff. Das Land hat bislang gerade einmal eine Millionen Impfdosen erhalten und hat damit einer der langsamsten Impfkampagnen in ganz Europa.

"Niemand würde eine Impfung zurückweisen", zitiert Bloomberg den ukrainischen Gesundheitsminister Maksim Stepanow. "Die Vorteile aller zugelassenen Impfstoffe überwiegen die Risiken bei weitem." Seinen Angaben zufolge befindet sich die Ukraine bereits in Verhandlungen mit mehreren europäischen Staaten, um deren verschmähte Astrazeneca-Dosen zu kaufen.

Katar will zur WM 2022 nur geimpfte Fans in Stadien lassen

13.50 Uhr: Katar will zur Fußball-WM 2022 nach Möglichkeit nur gegen das Coronavirus geimpfte Fans in die Stadien lassen. "Wir verhandeln und sprechen mit Impfstoff-Anbietern darüber, wie wir sicherstellen können, dass jeder WM-Besucher geimpft ist", sagt Katars Außenminister Mohammed bin Abdelrahman al-Thani bei einer von Indien ausgerichteten Konferenz. Es würden Programme entwickelt, um allen Teilnehmern Impfungen anzubieten. "Wir werden hoffentlich in der Lage sein, (die WM) als Covid-freie Veranstaltung auszurichten", so Scheich Mohammed. In dem reichen Emirat am Golf leben rund 2,7 Millionen Menschen, davon etwa 300 000 Einheimische.

Mehr als 19 Prozent der Deutschen sind erstgeimpft

13.07 Uhr: Die Zahl der verabreichten Covid-19-Impfdosen in Deutschland ist auf mehr als 21,3 Millionen gestiegen. Allein am Freitag, 16. April, wurden bundesweit insgesamt knapp 560.000 Dosen für Erst- und Zweitimpfungen verabreicht. Das geht aus dem aktuellen Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach liegt die Quote der Erstimpfungen nun bei mehr als 19 Prozent, die der Zweitimpfungen bei mehr als 6,5 Prozent – das entspricht mehr als 5,4 Millionen voll geimpften Personen. Damit sind 81 Prozent der Deutschen nach wie vor ohne Corona-Schutzimpfung. Ein vollständiger Impfschutz besteht bei den aktuell verimpften Prapäraten erst nach zwei Impfungen.

RWE will Mitarbeiter ab kommender Woche impfen

13.05 Uhr: Der Energiekonzern RWE steht in den Startlöchern, um seine Beschäftigten gegen das Coronavirus zu impfen. "RWE könnte nächste Woche loslegen – wenn es Impfstoff für die Betriebe gibt", sagt Vorstandschef Rolf Martin Schmitz der "Rheinischen Post". "Unsere 17 Betriebsärzte stehen bereit, sie könnten 80 bis 100 Mitarbeiter am Tag impfen. Dann wären wir in zwei Wochen mit der Belegschaft durch und würden anschließend anbieten, die Familien der Mitarbeiter zu impfen." An vielen Standorten seien Test- und Impfstraßen schon eingerichtet. Zudem seien zahlreiche Schnelltests und Selbsttests geordert worden, damit sich alle Mitarbeiter im Homeoffice regelmäßig testen könnten.

Großes Interesse an Astrazeneca-Impfaktionen in Lettland

12.33 Uhr: In Lettland gibt es großes Interesse an Astrazeneca-Impfungen. Bereits nach wenigen Stunden waren vor den Impfstationen in mehreren Städten des baltischen EU-Land die Warteschlangen am Samstag so lang, dass die Impfaktionen ohne vorherige Terminvergabe vorzeitig beendet wurden. Dies teilte das Gesundheitsministerium in Riga mit.

In der Hauptstadt Riga überstieg bereits eine gut Stunde nach Öffnung der beiden großen Impfzentren die Nachfrage die Zahl an verfügbaren Impfstoffen. Auch in anderen lettischen Städten wollten lettischen Medienberichten mehrere Dutzende wartende Menschen das zusätzliche Impfangebot wahrnehmen.

Bei Impfaktionen in sieben Städten sollen in Lettland am Wochenende 5.370 ungenutzte Dosen des AstraZeneca-Vakzins verabreicht werden, die bei Massenimpfungen über Ostern von Personen aus vorrangigen Impfgruppen nicht nachgefragt wurden. Die Impfungen werden frei und ohne Anmeldungen vergeben. Bereits am Freitag waren auf diese Weise rund 3.300 Menschen geimpft worden.

In Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern ist die Impfkampagne bislang nur sehr schleppend angelaufen. Der Ostseestaat weist nach Angaben der EU-Behörde ECDC die niedrigste Impfrate in Europa auf. Die Regierung in Riga steht dafür heftig in der Kritik.

Dänemark will 200.000 Astrazeneca-Impfdosen loswerden

10.38 Uhr: Im Zuge des beschlossenen Impfstopps für das Vakzin von Astrazeneca debattiert Dänemark darüber, was mit den bereits gelieferten 200.000 Impfdosen passieren soll. Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf dänische Medien berichtet, werde erwogen, die Dosen entweder an ärmere Länder dieser Welt abzugeben oder den Impfstoff für dänische Bürger freizugeben, die sich freiwillig Astrazeneca spritzen lassen wollen. Die Zeitung "Kristeligt Dagblad" habe diese Frage bereits als "ethisches Dilemma" eingestuft. Kritik an dem Plan der Abgabe an ärmere Staaten gebe es vor allem in den sozialen Medien. Die Hilfsorganisation Kristeligt Dagblad warnte davor, diese "als Mülleimer für Impfstoffe zu nutzen".

EU-Abgeordnete für schnellere Zulassung von Impfstoffen gegen Varianten

Samstag, 17. April, 07.33 Uhr: Die EU-Abgeordneten haben sich für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für Impfstoffe ausgesprochen, die an neue Coronavirus-Varianten angepasst sind. Der Gesundheitssausschuss des Europaparlaments stimmte für einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission. Hersteller bereits zugelassener Corona-Vakzine sollen demnach künftig für die Zulassung angepasster Mittel weniger Daten bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA einreichen müssen.

Auch AfD-Politiker Gauland gegen Covid-19 geimpft

21.03 Uhr: Der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland (80), hat sich gegen Covid-19 impfen lassen. Ein Mitarbeiter der Fraktionschefs teilte am Freitagabend auf Anfrage mit, der AfD-Ehrenvorsitzende habe das Vakzin bereits am Donnerstag erhalten. Zu der Frage, welcher Impfstoff ihm verabreicht wurde, wolle sich Gauland nicht äußern. "Das sieht er als persönliche Angelegenheit an", sagte sein Mitarbeiter. Am Freitag hatte sich auch Kanzlerin Angela Merkel impfen lassen.

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