Keine Ansteckung nach Impfung? Experten warnen vor zu schnellem Aufatmen

Eine Impfstoff-Studie aus Israel lässt aufhorchen. Danach könnten Menschen nach ihrer Impfung nicht mehr ansteckend sein. Das noch nicht offiziell veröffentlichte Dokument hat aber Tücken. Experten warnen vor einer zu schnellen Beurteilung.

Am Wochenende waren Daten aus einer bisher noch unveröffentlichten Publikation des israelischen Gesundheitsministeriums und der Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer bekannt geworden. Die Zahlen geben Anlass zur Hoffnung: Die Übertragung des Virus lasse sich mit Impfung zu 89,4 Prozent verhindern.

Auch das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs sinke nach zwei Impfungen mit dem Vakzin um 95,8 Prozent. In 98,9 Prozent der Fälle führe eine Infektion mit dem Coronavirus nach der Impfung nicht zur Einweisung ins Krankenhaus oder zum Tod, wie der „Spiegel“ berichtet.

Autoren warnen: Effekt von Impfungen nicht überschätzen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht in den Ergebnissen Anlass zur Hoffnung. „Diese Auswertungen sind von größter Bedeutung. Sie sind der erste Hinweis darauf, dass man sich nach der Impfung nicht ansteckt und auch nicht ansteckend ist“, sagte der Bundestagsabgeordnete der „Bild am Sonntag“. Die Impfung könne damit das Ziel der Herdenimmunität ermöglichen.

Trotzdem sind die Ergebnisse noch mit Vorsicht zu genießen. Selbst die Verfasser der Studie warnen davor, den Effekt von Impfungen zu überschätzen. Denn die Zahlen sind das Ergebnis einer Betrachtung freiwilliger Tests. Die Autoren hatten anhand der Ergebnisse zehntausender positiver Coronatests ausgewertet, wie viele der positiv Getesteten geimpft waren und wie viele nicht.

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Stellungnahme von Herstellern in kommenden Tagen erwartet

In Israel werden Ungeimpfte jedoch häufiger getestet als Geimpfte. Es kann daher sein, dass es auch unter geimpften Personen mehr Infektionen gibt, als aus den Zahlen hervorgeht. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ schreibt dazu: „Im Gesundheitsministerium wurde klargestellt, dass die Daten zur Wirksamkeit gegen Infektionen im Vergleich zu den anderen Daten am wenigsten gewiss seien.“

Von Seiten der Impfstoffhersteller gab es bisher noch keine offizielle Äußerung zu den Ergebnissen. Eine Veröffentlichung des Papiers war für die kommenden Tage erwartet worden.

Die israelische Regierung arbeitet mit den Impfstoffherstellern Biontech und Pfizer zusammen. Dabei werden die Gesundheitsdaten israelischer Bürger anonym weitergegeben, um Erkenntnisse über die Effektivität des Impfstoffes zu erlangen.

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