Merkel soll knallharte Lockdown-Maßnahmen planen – Neuinfektionen sinken endlich wieder

Alle News zur Corona-Pandemie: In Hannover musste die Polizei das Wohnhaus von Ministerpräsident Weil vor sogenannten Querdenkern schützen. China meldet den größten Anstieg an Neuinfektionen seit mehr als zwei Monaten. Alle aktuellen Corona-News finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona in Deutschland vom 5. April

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RKI registriert 8497 Corona-Neuinfektionen und 50 neue Todesfälle

08.14 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8497 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 50 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Montagmorgen hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9872 Neuinfektionen und 43 neue Todesfälle verzeichnet. Das RKI weist darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage vielerorts meist weniger Tests gemacht und gemeldet werden. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln. Die berichteten Fallzahlen dürften dadurch niedriger ausfallen und nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 128,0. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 127,0 an, vor drei Wochen mit 82,9.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.893.883 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.581.500 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 77.013.

China meldet größten Anstieg der Corona-Neuinfektionen seit mehr als zwei Monaten

Montag, 5. April, 07.14 Uhr: China hat binnen 24 Stunden den größten Anstieg an neuen Infektionen seit mehr als zwei Monaten gemeldet. Wie die nationale Gesundheitskommission erklärt, seien 32 weitere bestätigte Fälle seien aufgetreten. Davon 15 in der Provinz Yunnan, die auf ein Cluster in der Stadt Ruili an der Grenze zu Myanmar zurückzuführen seien.

Weiterhin habe es 18 asymptomatische Fälle gegeben. China stuft asymptomatische Fälle nicht als bestätigte Fälle ein. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle auf dem chinesischen Festland steigt nach offiziellen Angaben auf 90.305. Die Zahl der Todesfälle liegt unverändert bei 4636.

Polizei schützt Wohnhaus von Ministerpräsident Weil

22.10 Uhr: Starke niedersächsische Polizeikräfte haben am Sonntag das Wohnhaus von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gegen erwartete Demonstranten der sogenannten Querdenker-Szene abgeriegelt. Die Zufahrtsstraßen in dem Wohngebiet in Hannover waren abends nach Berichten von Augenzeugen gesperrt. Es seien nur einzelne mutmaßliche Demonstranten aufgetaucht, die fortgeschickt worden seien, sagte ein Polizeisprecher. Zur Stärke des Polizeiaufgebots machte er aus einsatztaktischen Gründen keine Angaben.

Mit der Kundgebung an Weils Wohnsitz hatten Kritiker gegen die Corona-Maßnahmen protestieren wollen. Die Versammlungsbehörde untersagte aber den Aufmarsch an diesem Ort. Den Veranstaltern gehe es nur darum, eine Drohkulisse aufzubauen, den Regierungschef im privaten Umfeld einzuschüchtern und so die Corona-Politik der Landesregierung zu beeinflussen, teilte die Polizei mit. Sie warnte, dass die Teilnahme an der verbotenen Versammlung konsequent geahndet werde.

Eine etwa 30-köpfige Gruppe hatte Anfang Januar an einem Sonntag vor dem Privatgrundstück des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Nach Polizeiangaben sprach der CDU-Politiker mit den Gekommenen am Gartenzaun. Nach etwa 15 Minuten endete die Debatte. dpa/Julian Stratenschulte/dpa Stephan Weil, der Ministerpräsident von Niedersachsen.

Bundesländer melden 11.010 Corona-Neuinfektionen, 62 Tote – R-Wert fällt unter 1

21.05 Uhr: Am Ostersonntag haben die Gesundheitsämter der Bundesländer binnen 24 Stunden insgesamt 11.010 Corona-Neuinfektionen gemeldet, wie aus einer Auswertung von FOCUS Online hervorgeht. Die Zahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie stieg somit auf 2.889.900 laborbestätigte Fälle. Außerdem stieg die Zahl der Todesfälle um 62 auf nun insgesamt 77.020 Fälle. Beide Werte liegen niedriger als am Sonntag vor einer Woche, allerdings ist ein Vergleich wegen der Osterfeiertage nur kaum aussagekräftig.

Anlass zur Sorge gibt auch die Zahl der mit Corona-Patienten belegten Intensivbetten, die erstmals seit Anfang Februar wieder über die Marke von 4000 stieg. Positiv hingegen: Der sogenannte R-Wert ist wieder knapp unter 1 gefallen, von 1,02 auf jetzt 0,97. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Corona-Infizierter im Schnitt ansteckt. Nur wenn diese Marke also konstant unter 1 bleibt, kann die Verbreitung des Virus eingedämmt werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Fassung dieses Eintrags hatten wir eine falsche Zahl der Neuinfektionen in Thüringen und somit auch eine falsche Gesamtzahl genannt. In Thüringen wurden am Ostersonntag 463 Neuinfektionen gemeldet, nicht 1293. Analog stieg bundesweit die Zahl der Neuinfektionen um 11.010 auf 2.889.900, nicht um 11.840 auf 2.890.730. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 2.889.900, 77.020 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg 372.444 (+1022), 8747 Todesfälle (+4)
  • Bayern 508.914 (+2037), 13.314 Todesfälle (+13)
  • Berlin 149.037 (+309), 3086 Todesfälle (+4)
  • Brandenburg 89.943 (+239), 3316 Todesfälle (+4)
  • Bremen 21.470 (+76), 408 Todesfälle (+1)
  • Hamburg 62.961 (+208), 1397 Todesfälle (+0)
  • Hessen 224.044 (+879), 6370 Todesfälle (+5)
  • Mecklenburg-Vorpommern 31.587 (+213), 876 Todesfälle (+1)
  • Niedersachsen 202.487 (+917), 4905 Todesfälle (+5)
  • Nordrhein-Westfalen 624.335 (+2765), 14.305 Todesfälle (+9)
  • Rheinland-Pfalz 119.334 (+527), 3342 Todesfälle (+2)
  • Saarland 32.421 (+104), 941 Todesfälle (+0)
  • Sachsen 226.899 (+737), 8427 Todesfälle (+2)
  • Sachsen-Anhalt 75.532 (+352), 2759 Todesfälle (+1)
  • Schleswig-Holstein 51.016 (+162), 1441 Todesfälle (+0)
  • Thüringen 97.476 (+463), 3386 Todesfälle (+11)

Gesamtstand (04.04.2021, 20.10 Uhr): 2.889.900 Fälle (+11.010), 77.020 Todesfälle (+62)

Vortag(03.04.2021, 20.19 Uhr) 2.878.890 (+16.147), 76.958 Todesfälle (+96)

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 2.569.400 (+9000). Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei etwa 244.310.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (7-Tage-R-Wert): 0,97 (Stand Vortag: 1,02)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 4051 (+133)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 2219 (+48)

Anzahl Geimpfter (und Impfquote) laut RKI (Stand 03.04.): : 10.046.898 Menschen haben bereits eine Erstimpfung erhalten (12,1 Prozent) und 4.334.170 Menschen eine Zweitimpfung (5,2 Prozent)

Anteil positiver Coronatests: über 9%.

19.36 Uhr: Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat Portugal die Einreisebeschränkungen für Touristen bis Mitte April verlängert. In Absprache mit dem Nachbarland Spanien gebe es bis zum 15. April Grenzkontrollen zu Lande sowie auf Flüssen, teilte das Innenministerium in Lissabon am Sonntag mit. Außerdem bleibe der touristische Schienenverkehr zwischen beiden Ländern ausgesetzt. Diese Maßnahme gelte nicht für den Güterverkehr sowie für Berufspendler und Mitarbeiter der Notdienste.

Menschen, die aus einem Land mit einem Inzidenzwert von mehr als 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wie etwa Frankreich auf dem Landweg nach Portugal einreisen, müssen 14 Tage in Quarantäne. Das Innenministerium stellte überdies klar, dass es für Menschen mit portugiesischer Staatsbürgerschaft und mit einer Aufenthaltsgenehmigung für Portugal keine Einreisebeschränkungen gebe. Ausländer könnten außerdem problemlos ausreisen.

Nach einem zweimonatigen allgemeinen Shutdown hatte Portugal Mitte März mit schrittweisen Lockerungen begonnen. Am Ostermontag sollen Museen und Außenbereiche von Cafés wieder öffnen dürfen. Außerdem wird in weiterführenden Schulen der Unterricht wieder aufgenommen.

Nach fast 16.500 Corona-Neuinfektionen täglich Ende Januar hat sich die Lage in dem kleinen EU-Land deutlich verbessert. Am Ostersonntag registrierten die Behörden des Zehn-Millionen-Einwohner-Landes lediglich 193 Neuinfektionen binnen 24 Stunden sowie vier Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. 

Die Behörden bleiben aber weiter vorsichtig. So dürfen Flugzeuge aus Brasilien und Großbritannien wegen der dort grassierenden Virusvarianten derzeit nicht in Portugal landen.

US-Virologe warnt vor Gefahr der brasilianischen Corona-Variante

16.12 Uhr: Brasilien ist nach den USA das von der Corona-Pandemie am zweitstärksten betroffene Land. Mehr als zwölf Millionen Menschen haben sich infiziert, mehr als 300.000 sind bereits gestorben. Als Hauptursache für die zuletzt explosionsartig in die Höhe geschossenen Infektions- und Todeszahlen gilt die P.1-Mutante (auch: brasilianische Variante). Virologen sehen auch eine Gefahr für den Rest der Welt und warnen eindringlich.

„Die Welt sollte besser aufwachen“, warnte der bekannte US-Virologe Eric Feigl-Ding am Samstag auf Twitter. „P.1 ist ernst.“ Dazu postete er den extremen Anstieg der Todesfälle in Brasilien. Our World in Data / John Hopkins University Vergleich: Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus in Brasilien, Frankreich, USA, Deutschland und Großbritannien

Die P.1-Variante wurde inzwischen in mehr als 35 anderen Ländern nachgewiesen, auch in Deutschland. Derzeit ist noch nicht abschließend geklärt, ob sie tödlicher als der Wildtyp ist, allerdings gilt sie als ansteckender.

Zusätzliche Gefahr: Noch ist nicht ganz klar, wie gut die Impfstoffe gegen die brasilianische Variante wirken. Einer neuen Studie zufolge wirken die Vakzine von Biontech/Pfizer und Astrazeneca zwar besser gegen sie als zunächst angenommen, eine andere Studie stellte dagegen fest, dass die Schutzwirkung der Impfstoffe von Biontech und Moderna bei P.1 signifikant geringer sei. Beide Studien wurden noch nicht im Peer-Review-Verfahren begutachtet. Immerhin: Der Impfstoff von Johnson & Johnson, ist laut der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel zu 66 Prozent wirksam gegen die brasilianische Variante.

Feigl-Ding warnte allerdings bereits vor zwei Wochen: „Wenn die P.1-Variante weltweit außer Kontrolle gerät, sind wir alle gefährdet.“

  • Lesen Sie hier mehr zur brasilianischen Mutante 

Höchste Zahl an Corona-Patienten auf Intensiv seit rund zwei Monaten

15.38 Uhr: Erstmals seit Anfang Februar liegen in Deutschland wieder mehr als 4000 Corona-Patienten auf der Intensivstation. So wurden am Ostersonntag 4051 Menschen intensivmedizinisch behandelt, wie die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in ihrem täglichen Corona-Bericht schreibt (Stand 4.4., 15.38 Uhr). Das sind 133 Patienten mehr als am Vortag. Rund 55 Prozent der Covid-Patienten auf Intensivstation werden invasiv beatmet.

Anfang Januar erreichte die Zahl der Covid-Intensivpatienten einen Höhepunkt mit mehr als 5500 Fällen. Mit dem Abschwellen der zweiten Welle ging diese Zahl deutlich zurück, Anfang März waren es weniger als 3000 Patienten. Mit der steigenden Zahl an Neuinfektionen in der dritten Welle geht auch die Zahl der Intensivpatienten wieder nach oben. Dies geschieht mit Verzögerung, auch weil zwischen einer Infektion und einer Einlieferung ins Krankenhaus einige Zeit vergeht.

Mediziner und Wissenschaftler fordern seit Tagen eindringlich einen harten Lockdown, um die Infektionszahlen zu drücken und dadurch auch den Druck von den Kliniken zu nehmen. Wenn sich der derzeitige Trend fortsetze, "sind wir in weniger als vier Wochen an der regulären Kapazitätsgrenze angelangt", sagte Christian Karagiannidis kürzlich der "Rheinischen Post". Er ist wissenschaftlicher Leiter des Divi-Intensivregisters.

 

 

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