So wollen die E-Rezept-Enthusiasten elektronische Verordnungen pushen

Mehr E-Rezept wagen will jetzt ein neuer Verein: Die E-Rezept-Enthusiasten haben sich zusammengefunden, um bei der Einführung der elektronischen Verordnungen aufs Tempo zu drücken. Mit dabei sind der Apotheker und ehemalige Spahn-Berater Ralf König sowie Christian Klose, seinerzeit im BMG zuständig für die Digitalisierung. Auf der Liste der Mitglieder finden sich aber auch die Shop Apotheke, Zava und die Zur-Rose-Tochter eHealth-Tec.

Initiatoren wollen Druck auf Politik und Software-Hersteller erhöhen

Bezüglich der Verteilung der Fördergelder sei aber weder eine regionale Ballung noch eine Konzentration auf einzelne Software-Hersteller gewünscht ist. Denn um den Erkenntnisgewinn zu optimieren, brauche es möglichst viele verschiedene Kombinationen von Praxis- und Apotheken-Programmen. Zudem hoffen die E-Rezept-Enthusiasten, dass mit ihrer Initiative nicht nur der Druck auf Politik und Selbstverwaltung steigt, das Projekt E-Rezept voranzutreiben, sondern im Idealfall durch eine erhöhte Nachfrage seitens der Ärzte- und Apothekerschaft auch auf die Software-Hersteller.

Evaluation geplant

Die neu gewonnen Erfahrungen mit dem E-Rezept will der Verein auch wissenschaftlich begleiten lassen, informieren die E-Rezept-Enthusiasten in einer Pressemitteilung. Demnach soll Professor Steffen Hamm, der an der Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden Digital Healthcare Management lehrt und Mitglied des Vereins ist, das geplante Förderprogramm mit Fokus auf die beteiligten Leistungserbringer evaluieren. Parallel werde die Initiative Patients4Digital (P4D), die ebenfalls zu den E-Rezept-Enthusiasten zählt, eine breit angelegte Versichertenumfrage durchführen, um ein umfassendes Bild vom Status Quo der Einführung der elektronischen Verordnung in Deutschland zu zeichnen.

Kurz nach der Pressekonferenz wurde gestern bekannt, dass das E-Rezept wohl ab September zur Pflichtanwendung für die Apotheken werden soll – für Ärztinnen und Ärzte kommt der Pflichtstart stufenweise je nach Region. Aus Königs Sicht hätte das Timing kaum besser sein können, sagt er der DAZ. „Das bestätigt uns darin, dass wir für unsere Initiative den idealen Zeitpunkt erwischt haben. Wir wollen mithelfen, die flächendeckende Einführung des E-Rezepts bestmöglich vorzubereiten – dazu haben wir jetzt die Chance.“

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