Steckt in Kartoffeln und Nudeln: Resistente Stärke senkt Krebsrisiko bis zu 60 Prozent

Resistente Stärke steckt in vielen Lebensmitteln wie gekochten und dann abgekühlten Kartoffeln. Eine neue Studie aus Großbritannien belegt nun ihren positiven Effekt auf den Darm. Der Ballaststoff kann bei regelmäßiger Einnahme das Krebsrisiko um bis zu 60 Prozent senken.

Was haben grüne Bananen, Hafer, Getreide, Nudeln, Reis, Erbsen und Bohnen gemeinsam? Sie sind reich an resistenter Stärke. Hierbei handelt es sich um eine bestimmte Form von Kohlenhydraten, die nicht im Dünndarm verdaut, sondern im Dickdarm fermentiert werden.

Studie belegt positive Wirkung von resistenter Stärke auf den Darm

Eine neue Studie, die von Wissenschaftlern der Universitäten Newcastle und Leeds in den vergangenen 20 Jahren durchgeführt wurde, zeigt, dass sich genau diese Art von Kohlenhydraten förderlich auf die Darmflora auswirken – und sogar das Risiko von Krebserkrankungen im oberen Teil des Darms um bis zu 60 Prozent senken kann.

Krebserkrankungen in dieser Region des Darms sind dafür bekannt, dass sie nur schwer diagnostiziert werden. „Wir haben festgestellt, dass resistente Stärke eine Reihe von Krebsarten um mehr als 60 Prozent reduziert. Die Wirkung war im oberen Teil des Darms am deutlichsten“, bestätigt John Mathers, Professor für Ernährungswissenschaft an der Universität Newcastle.

Wie entsteht resistente Stärke?

Resistente Stärke entsteht aus Lebensmitteln, die allgemein Stärke enthalten – zum Beispiel frisch gekochte Kartoffeln, Pasta, Reis oder Vollkornbrot. Beim Verzehr dieser beginnt die enzymatische Spaltung des komplexen Kohlenhydrats bereits im Mund, bis es letztendlich im Darm als Glukose ins Blut aufgenommen wird.

Der Blutzuckerspiegel steigt an, Insulin wird ausgeschüttet und der Einfachzucker Glukose wird in die Zellen transportiert. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass resistente Stärke – die Stärke aus gekochten und anschließend gründlich abgekühlten Kartoffeln, Reis, Nudeln und Vollkornbrot – für die Verdauungsenzyme nicht aufspaltbar ist. Sie wird durch die Bakterien im Dickdarm verstoffwechselt. Im Dickdarm fördert resistente Stärke die Entstehung nützlicher Darmbakterien.

Menge an resistenter Stärke in einer grünen Banane ausreichend

Im Rahmen der Studie wurde knapp 1000 Patienten über zwei Jahre resistente Stärke in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt. Die Menge an resistenter Stärke entsprach der, die in etwa in einer noch leicht unreifen, grünen Banane steckt.

„Die in der Studie verwendete Dosis entspricht dem täglichen Verzehr einer Banane: Bevor sie zu reif und weich wird, widersteht die Stärke in den Bananen dem Abbau und erreicht den Darm, wo sie die Art der dort lebenden Bakterien verändern kann“, erklärt Mathers.

Die Teilnehmenden leiden unter dem Lynch-Syndrom – einer Erbkrankheit, die das Krebsrisiko, insbesondere im Dick- und Enddarm, erhöht. Laut Studienergebnissen senkte die Stärke dieses erblich bedingte Risiko zwar nicht. Sie reduzierte aber die Häufigkeit von Krebserkrankungen in anderen Teilen des Körpers um mehr als die Hälfte.

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  • Geringeres Risiko für Krebserkrankungen des oberen Magen-Darm-Trakts

    Vor allem das Risiko einer Krebserkrankung des oberen Magen-Darm-Trakts inklusive Speiseröhren-, Magen-, Gallengangs-, Bauchspeicheldrüsen- und Zwölffingerdarmkrebs konnten nachweislich reduziert werden. Die Wirkung der Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels war laut Angaben der Autoren auch noch zehn Jahre nach dessen Absetzen zu beobachten.

    Die Studienteilnehmer nahmen zwischen 1999 und 2005 in einem Zeitraum von zwei Jahren täglich entweder resistente Stärke in Pulverform oder ein Placebo ein. In der Zeit nach der Beobachtung traten bei den 463 Teilnehmern, die resistente Stärke eingenommen hatten, fünf neue Fälle von Krebserkrankungen des oberen Verdauungstrakts auf. Bei der Gruppe, die ein Placebo einnahmen, waren 21 von 455 Teilnehmern betroffen.

    Die Studienautoren gehen davon aus, dass die resistente Stärke die Menge an Gallensäure im Darm reduziert. Dies müsste jedoch noch in weiteren Studien genauer untersucht werden. Ein Überschuss an Gallensäure kann die DNA schädigen und so Krebs fördern.

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    Diese Lebensmittel enthalten resistente Stärke

    Resistente Stärke kann in Form von Pulver als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, ist aber von Natur aus in zahlreichen Lebensmitteln enthalten. Dazu zählen:

    • Hülsenfrüchte z. B. weiße Bohnen
    • Grüne Bananen
    • Vollkornhaferflocken
    • Abgekühlte Kartoffeln
    • Abgekühlter geschälter Reis
    • Cornflakes, ungesüßt
    • Vollkornbrot
    • Möhren

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