Bluthochdruck, Schwellungen an den Augen: 5 Alarmsignale deuten auf kranke Nieren hin

Auf leisen Sohlen verändert eine chronische Nierenerkrankung unseren Körper. Sie ist eine stille, schleichende Gefahr. Und deshalb gibt es auch nur wenige Signale, die warnen. Aber genau diese sollten wir beachten.

Sie warnen uns vor den Veränderungen im Knochenstoffwechsel und Mineralhaushalt sowie vor den Veränderungen des Blutdrucks und der Blutbildung. Letztlich können Sie durch das Erkennen der stillen Gefahr drohende Ereignisse wie Dialyse-Behandlung, Herzinfarkt oder Schlaganfall vermeiden. Bei welchen Symptomen sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Nieren checken? Werner Riegel

Über den Experten

Werner Riegel ist seit 16 Jahren Vorsitzender der Deutschen Nierenstiftung. Bis Oktober 2021 war er Direktor der Medizinischen Klinik III am Klinikum Darmstadt mit den Schwerpunkten Nieren-, Hochdruck- und Rheuma-Erkrankungen. Weitere Informationen rund um die Nierengesundheit finden Sie auf der Webseite der Deutschen Nierenstiftung.

Flankenschmerz und Brennen beim Wasserlassen deuten auf kranke Nieren hin

Schmerzen, die vom Rücken kommen und nach vorne in den Unterbauch ziehen, sind typische Flankenschmerzen. Das Brennen beim Wasserlassen bemerkt man oft nach dem letzten Tropfen Urin am stärksten. Beide Symptome können durch Nierensteine oder durch eine Harnwegsinfektion hervorgerufen werden. Wenn sie auftreten, sollte ein Arzt die Nieren untersuchen.

Schwellungen an Augen oder Unterschenkeln

Geschwollene Knöchel, in der Fachsprache Ödeme, hat fast jeder ab einem gewissen Alter. Wenn die Ödeme aber auch morgens beim Blick in den Spiegel an den Augen zu sehen sind (Lidödeme) und zusätzlich vielleicht sogar beide Unterschenkel betroffen sind, können dafür auch die Nieren verantwortlich sein. Eine ärztliche Abklärung ist dann dringend notwendig.

Kranke Nieren als Folge anderer Erkrankungen

Bei Diabetes mellitus, nach langjährigem Bluthochdruck oder bei Rheuma-Erkrankungen sowie bei chronischen Herzerkrankungen treten häufig Nierenerkrankungen auf.

Schäumender Urin

Auch schäumender Urin kann auf eine Erkrankung der Nieren hindeuten. Die kranken Nieren können das Eiweiß nicht mehr zurückhalten. Das ist normalerweise eine ihrer Aufgaben. Das Eiweiß wird von den erkrankten Nierenkörperchen in den Urin ab- und dem Blut nicht mehr zurückgegeben. Der Urin schäumt beim Wasserlassen auf. Im Blut entsteht ein Eiweißmangel. Also müssen die Nieren untersucht werden. Ein Arzt kann im Urin den Wert UACR messen. Er gibt die Eiweißausscheidung im Urin an.

Hoher Blutdruck

Die Nieren sind die wichtigsten Organe für die Regulierung des Blutdrucks. Sie steuern durch verschiedene Sonden- beziehungsweise Messsysteme, die in den Nierenkörperchen liegen, die Ausschüttung von Hormonen, die den Blutdruck steuern. Sind die Nierenkörperchen aber erkrankt, so funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr. Die Folge davon sind anhaltend hohe Blutdruckwerte. Meist nicht nur am Tage wie beispielsweise bei Stress, sondern auch in der Nacht. Deshalb gilt es bei Bluthochdruck immer auch die Nieren zu checken.

Gesundheits-Check

Dafür gibt es den Gesundheits-Check, der ab 35 Jahren alle drei Jahre von den Krankenkassen bezahlt wird. Blutdruck- und Urinkontrollen sind dabei eingeschlossen. Hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Verdacht auf eine Nierenerkrankung, wird auch der Check weiterer Werte vom Bundesgesundheitsministerium empfohlen und von den Krankenkassen bezahlt. Die Deutsche Nierenstiftung setzt sich dafür ein, dass in Zukunft zwei Nierenwerte standardmäßig geprüft werden: eGFR und UACR. Mehr Informationen zu den beiden Werten finden Sie hier.

Sehr spät bei Nierenerkrankung: Muskelschwäche und Müdigkeit

Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung der Nieren kommen häufig die Symptome Muskelschwäche, Müdigkeit und Appetitverlust hinzu. Die Ursachen sind vielfältig und letztlich auf die Giftstoffe zurückzuführen, die die Nieren nicht mehr ausscheiden können. Veränderungen des Knochen- und Mineralhaushaltes, mangelnde Erythropoietin-Ausschüttung und eine Übersäuerung des Blutes infolge einer Nierenerkrankung zeigen sich in den genannten Symptomen.

Je länger einer Erkrankung unerkannt bleibt, umso mehr Alarmsignale kommen also hinzu. Glücklicherweise können die Giftstoffe durch eine Dialyse-Behandlung entfernt werden. So können auch die Blutsalze und die Übersäuerung ausgeglichen werden – die anderen gestörten Funktionen allerdings nicht.

Lesen Sie mehr von Werner Riegel


  • Herzinfarkt und Schlaganfall: Acht Tipps, mit denen Sie Ihre Nieren schützen


  • Nieren-Spezialist verrät, was er selbst für den Schutz seiner Nieren tut


  • Schwellungen an den Augen, Bluthochdruck: 5 Alarmsignale für kranke Nieren

  • Bundesamt zeigt, wie hoch Radioaktivität bei Ihnen ist – und gibt Entwarnung

    FOCUS Online/Wochit Bundesamt zeigt, wie hoch Radioaktivität bei Ihnen ist – und gibt Entwarnung

     

    Das könnte Sie auch interessieren:

    • Während einige EU-Länder Autofahrer entlasten, beharrt Deutschland auf seinen Rekord-Steuern auf Kraftstoffe. Ein Autoclub schlägt nun als Kompromiss Maßnahmen vor, bei denen der Staat nur auf die jüngsten Mehreinnahmen verzichten müsste. Preis-Wahnsinn an der Tankstelle – Autoclub: Benzin könnte 25 Prozent günstiger sein – ganz ohne Steuerverluste

      Im Zuge des Ukraine-Kriegs gehen viele westliche Länder hart gegen russische Oligarchen vor. Flugzeuge, Yachten und Immobilien werden beschlagnahmt. Dabei helfen will auch ein 19-jähriges technisches Superhirn aus den USA, das bereits Elon Musk zur Weißglut trieb.  Jack Sweeney – Schon Elon Musk trieb er zur Weißglut: Jetzt jagt ein junges Superhirn russische Mega-Yachten

      Der Russland-Ukraine-Konflikt eskaliert und es scheint kein Ende in Sicht. Die Lösung der westlichen Mächte ist dabei, Sanktionen gegen die östliche Macht zu verhängen und auf neue Handelspartner zu setzen. Der Blick schweift über das Emirat Katar. Doch ist das Gasexportland wirklich eine sichere Alternative?  Gastbeitrag – Gas von den Scheichs statt von Putin? Wer jetzt auf Katar setzt, macht großen Fehler

      Quelle: Den ganzen Artikel lesen